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Mais versetzt Anklam in einen Farbenrausch

VonClaudia Müller

Keine Unterschiede, viele Farben: Holi-Feste erfreuen sich großer Beliebtheit. In Anklam wird aus dem bunten Fest ein ganzer Familientag.

Anklam/Ahlbeck.Eine tolle Idee und ein großer Spaß, finden die einen. So ein Quatsch, sagen andere. Doch es gibt immer mehr Fans, denn Festivals und Veranstaltungen nach dem Vorbild des indischen Holi-Festes sind derzeit total angesagt. Wenn Farbpulver verstreut und alles bunt wird, wenn in verfärbten Klamotten und mit bunten Gesichtern gefeiert und getanzt wird, kommen oftmals Hunderte Party-Gäste. Und nun steht ein solches farbenfrohes Spektakel auch in Anklam und wenig später in Ahlbeck auf Usedom an. „Toll, dass Anklam einer der ersten Orte im Land für ein Farben-Festival ist, junge Leute haben bereits im Rathaus gefragt, ob so etwas nicht auch bei uns möglich ist“, sagt Beatrix Wittmann-Stifft, die in der Stadtverwaltung unter anderem für den Kulturbereich zuständig ist. In Anklam soll das Fest aber nicht nur junge Leute anziehen, sondern von 14 bis 22 Uhr als Familienfest gefeiert werden, haben Stadt und Veranstalter vereinbart.
Organisiert wird das Festival der Farben am 6. Juli in der Hansestadt und am 27. Juli in den Kaiserbädern von Chris Ehlert und Katja Potthoff von der Veranstaltungsagentur Ehlert-Events. Für das Paar, das bereits seit einigen Jahren auf Usedom und in Vorpommern Großveranstaltungen wie den „Baltic Spring Break“ mit zahlreichen Bands und ein riesiges Fußball-Turnier am Ahlbecker Strand auf die Beine stellt, ist das Holi-Fest in Anklam eine Premiere. Denn ein Festival der Farben stand bisher nicht auf dem Veranstaltungsprogramm der Agentur. Aber die beiden Insulaner haben eines in Berlin erlebt und hatten gleich die Idee, die Regenbogen-Partys nach Vorpommern zu holen.
Und was ist nun so toll daran, sich gegenseitig mit Farbpulver zu bewerfen und in einem kunterbunten Nebel zu tanzen? „Alle sehen gleich bunt aus, das verbindet. Man vergisst Grenzen und Unterschiede“, sagt Katja Potthoff. Es entstehe eine freundschaftliche, lustige Atmosphäre, in der man schnell mit anderen ins Gespräch kommt und gemeinsam feiert. Es soll ein Fest für alle werden, unabhängig von Alter oder Hautfarbe, sagen die Veranstalter, die damit auch ein Zeichen gegen Rassismus und Gewalt setzen wollen. Auch in Indien, wo gesellschaftliche Herkunft und Stellung beziehungsweise das System der Kasten noch eine große Rolle spielen und für Vorurteile und Diskriminierungen sorgen, sollen die Farben beim Holi-Frühlingsfest alle Unterschiede verwischen und Streitigkeiten vergessen machen.
Beim Anklamer Holi-Fest auf der Festwiese Reeperstieg werden mehrere DJs für Musik sorgen – die harten Klänge von Techno-Musik sind allerdings tabu, stattdessen soll ein bunter Mix für Jung und Alt erklingen. Für ein Showprogramm, Animation und Imbiss-Angebote wird ebenfalls gesorgt sein, versprechen Katja Potthoff und Chris Ehlert. Und in regelmäßigen Abständen gibt es als Höhepunkt den Farbenrausch, wenn die Gäste gefärbtes Maispulver in die Luft werfen. Das Pulver ist biologisch abbaubar und normalerweise gesundheitlich unbedenklich – Asthmatiker sollten allerdings nicht teilnehmen, empfehlen die Veranstalter.
Karten für das Anklamer Farben-Festival gibt es im Internet unter www.ehlert-events.de und ab 17. Juni in der Stadtinformation. Eine Einzelkarte inklusive zweier Farbbeutel – jeder weitere kostet bis zu 2 Euro extra – ist im Vorverkauf für 13 Euro zu haben. Es wird auch ermäßigte Familienkarten geben.

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