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Natur erobert Brache zurück: Gerät Solarpark ins Abseits?

Das ehemalige Zuckerfabrik-Gelände am Westrand von Jarmen ist einschließlich des einstigen Rübenlagerplatzes großteils mit Fotovoltaik-Modulen übersät. Nun soll versucht werden, den Solarpark auf das Areal nördlich auszudehnen, also in Richtung Peene.  FOTO: Stefan Hoeft
Das ehemalige Zuckerfabrik-Gelände am Westrand von Jarmen ist einschließlich des einstigen Rübenlagerplatzes großteils mit Fotovoltaik-Modulen übersät. Nun soll versucht werden, den Solarpark auf das Areal nördlich auszudehnen, also in Richtung Peene. FOTO: Stefan Hoeft

VonStefan Hoeft

Die Erweiterung des Zuckerfabrik-Solarparks
in Jarmen steht auf der Kippe. Zumindest dürften weit weniger Module am Peenetal hinzukommen
als von den Eigentümern erhofft.

Jarmen.„So groß wie gedacht wird es auf keinen Fall“, bestätigt Liane Janssen vom Jarmener Bauamt auf unsere Anfrage. Und meint damit das neueste B-Plan-
Gebiet für Fotovoltaik in der Kommune. Immerhin geht es da um fast 20 Hektar zwischen der ehemaligen Zuckerfabrik und dem Fluss, ein breiter Landstreifen, der früher teilweise von dem Betrieb genutzt wurde – für die so-
genannten Schlämmteiche. Und damit zumindest teil-weise als Konversionsfläche gilt.
Doch mittlerweile sind nicht nur mehr als zwei Jahrzehnte ins Land gegangen, in denen das Peenetal weiträumig als Natur- und Umweltzone mit verschiedensten Prioritäten ausgewiesen wurde, von der EU bis zum Landkreis. Vielmehr hat sich hier stellenweise die Vegetation das Areal zurückerobert. Was den Solarpark-Planern nun offenbar mehr Sorgen bereitet als das 1995 geschaffene Landschaftsschutzgebiet, welches der Kreis Demmin abgesegnet hat und auch das B-Plan-Gebiet umfasst.
„Da haben sich im Lauf dieser Jahrzehnte Strukturen entwickelt, die mittlerweile als Biotope gelten“, sprich als schützenswert, weiß Liane Janssen. Weil aber andere Teile des Geländes schon von vornherein für das Sonnenkraftwerk ausscheiden, wird es knapp mit einem durchgängigen großen Solarpark. Optimistisch gesehen, will die Sachgebietsleiterin von höchstens noch der Hälfte reden. Auf jeden Fall gebe es einen weiteren Termin bei der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. „Man ist noch im Gespräch.“
Die umliegenden Gemeinden indes haben wenig bis gar keine Probleme mit dem Vorhaben in der Nachbarstadt. Denn Einwände gegen das Projekt gab es im Rahmen des interkommunalen Beteiligungsverfahrens nicht. Auch wenn manchen Abgeordneten diese Fotovoltaik-Dimensionen etwas stören. Und die Bürgerbeteiligung vor Ort in Jarmen blieb gänzlich ohne Resonanz – und damit auch ohne Veto.

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