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Naturpark voller Fischotter und brütender Moorochsen

VonKati Warmbier

Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer aus Mecklenburg–Vorpommern trafen sich zu einer Schulung mit Exkursion.

Malchow.Ihre Ausbildung berechtigt die Naturführer, die schönsten Landschaften dieses Bundeslandes zu zeigen. Reize und Besonderheiten, Kultur und Geschichte der Landschaftsschutzgebiete und Naturparks vermitteln sie Einheimischen und Touristen.60 zertifizierte Natur- und Landschaftsführer waren jüngst Teilnehmer einer Schulung im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide bei Malchow.
Tom Polte vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern leitete die Weiterbildung.In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit 172 sachkundige Umweltschützer geschult, informierte er. Referent zur Konferenz war Jörg Gast, Leiter des Naturparks Nossentiner-Schwinzer Heide. Er berichtete von 140 Brutvogelarten im Naturpark, darunter 16 Seeadler- und 11 Fischadlerbrutpaare. Mehr als 100 Grauganspaare, viele Flussseeschwalben und 15 Paare des Moorochsen, ein besonders nachts brüllender Reihervogel, siedeln in den Schilfbeständen. 90 weitere Vogelarten treten als Durchzügler und Nahrungsgäste auf. Im Naturpark befinden sich 60 Seen mit meist bester Wasserqualität und vielen Fischarten.
In das Europäische Vogelschutzgebiet führte der Ornithologe Ralf Koch. Er wies auf verlassene Schwarzspechthöhlen hin, die von Fledermäusen, Hohltauben, dem Wald- und Raußkauz sowie von Hornissen als Babystube genutzt werden. In der Wooster Heide zwitschern Deutschlands häufigste Brutvogelart, der Buchfink, und das dämmerungsaktive Rotkehlchen. Besonders attraktiv ist das angrenzende Naturschutzgebiet „Dünenkiefernwald“. Direkt am Wanderweg befinden sich dort die schönsten Wacholderbestände Mecklenburg-Vorpommerns.
Von den Säugetieren wurde besonders der Fischotter erwähnt, der die gesamte Seenkette besiedelt. Eine hohe Bestandsdichte hat auch das Damwild, wobei um den Ort Glave herum besonders mehrere Weißlinge dieser Hirschart auffallen. Das Kultur- und Informationszentrum „Karower Meiler“ hat sich zum beliebten Anlaufpunkt für Hunderte Besucher des Naturparks entwickelt.

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