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Polizist hat Jungen nicht missbraucht

Von Jörg Foetzke

Die Vorwürfe gegen einen Polizisten, er habe einen 15-jährigen Jungen missbraucht, sind vom Tisch. Nun darf er wieder in der Prävention tätig sein.

Vorpommern. Sich das Vertrauen eines 15-jährigen Jungen erschlichen und ihn dann sexuell missbraucht zu haben – mit diesem abscheulichen Vorwurf war ein Greifswalder Polizist konfrontiert. Doch nach Abschluss der Ermittlungen zeigt sich, dass der Beamte nicht mehr mit dem schrecklichen Verdacht leben muss: Die sexuelle Beziehung zu dem 15-Jährigen wurde im Rahmen der Ermittlungen nicht als Missbrauch gewertet. „Es hat sich herausgestellt, dass der Jugendliche seine sexuelle Selbstbestimmung ausüben kann“, erklärt Ralf Lechte, Sprecher der Stralsunder Staatsanwaltschaft. Dies und nicht das Alter ist nach deutschem Strafrecht das entscheidende Kriterium, ob sexuelle Beziehungen zwischen Jugendlichen und Erwachsenen als Missbrauch gesehen werden oder nicht.

Erleichterung gibt es auch in den Reihen der Polizei: „Wir sind natürlich sehr froh, dass der Kollege entlastet wurde“, erklärt Andreas Schulz, Sprecher im Polizeipräsidium Neubrandenburg. Für die Behörde wäre ein des Missbrauchs überführter Polizist wohl ein riesiger Imageverlust gewesen.

Polizeisprecher Scholz betont jedoch, dass man den Fall sensibel und umsichtig behandelt habe. Der Polizeibeamte sei unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe von seiner Arbeit im Präventionsbereich entbunden und auf einen anderen Dienstposten versetzt worden. Doch mit dem Ausräumen der Verdächtigungen spreche nichts dagegen, dass er seine bisherige Tätigkeit im Präventionsbereich zum 1. Juni wieder aufnehmen kann.

Staatsawaltschafts-Sprecher Ralf Lechte ist völlig sicher, dass die Polizei bei der Ermittlung in den eigenen Reihen nicht gemauschelt hat. „Wir haben objektive Beweise, wie SMS-Nachrichten und die Aussagen der Jugendlichen und der Mutter, die dagegen sprechen. Außerdem wurden diese Ermittlungen von speziellen Beamten geführt.“
Den Stein ins Rollen brachte Anfang März die Mutter des Jungen. Sie war auf dem Polizeirevier in Greifswald erschienen und hatte Anzeige gegen den Beamten erstattet und zum Beweis Briefe vorgelegt haben, die das Verhältnis belegten.

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