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Schön? Hier fließt Gülle!

VonUlrike Rosenstädt

Den Pustowern stink es gerade gewaltig. In der Schwinge – einem kleinen Nebenfluss der Peene, der sich am Rande des Ortes durch die Landschaft schlängelt – schwamm jetzt Gülle. Sehr zum Ärger
der Bewohner.

Pustow.„Das kann doch nicht wahr sein! So etwas darf einfach nicht passieren. In dem Fluss leben Fische. So viel wie ich weiß, wurden erst jüngst Forellen gesetzt. Man kann nicht so verantwortungslos mit der Natur umgehen“, machte der Pustower Rainer Schult an unserem Lesertelefon seinem Unmut Luft. Er gehört zu denjenigen, die sich seit Jahren für einen guten und verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt rund um seinem Heimatort, der zur Gemeinde Sassen-Trantow gehört, einsetzen. Dieser Ruf eilt ihm jedenfalls voraus.
Nachdem er beobachtet hatte, was in seinem Ort passiert ist, ließ er auch nicht locker, um Hilfe zu organisieren. Und so informierte er die Umweltbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Kreissprecher Achim Froitzheim bestätigte die Aussagen des Pustowers: „Wir haben nach seinem Anruf einen Vorort-Termin organisiert, und gleich im Anschluss hat die zuständige Umweltbehörde veranlasst, dass der Fluss an der betroffenen Stelle ausgebaggert wird.“
Wie konnte es zu diesem Zwischenfall kommen? „Beim Ausfahren von Gülle muss der Fahrer wohl zu dicht an den Rand der Fläche gekommen sein, so dass Gülle in den Fluss gelangen konnte. Auch Hackschnitzel schwammen an der Oberfläche und hatten sich hinter Bäumen und Gestrüpp verfangen“, beschreibt der Kreissprecher die Situation vor Ort. Den Namen des landwirtschaftlichen Betriebes wollte er nicht nennen, betonte aber: „Die Umweltbehörde wird sich mit dem Betrieb auseinandersetzten. So etwas darf nicht passieren und sich schon gar nicht wiederholen.“ Auch zu einem Strafmaß oder zu Auflagen, mit denen der mutmaßliche Verursacher nun rechnen muss, traf der Kreissprecher noch keine Aussagen.

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