
| Gesundheit |
von Redaktion
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Von Um- und Querdenken ist die Rede wenn es um Lösungen für den Fachärztemangel in Vorpommern geht. Konkrete Vorschläge sind noch Mangelware in den Schaltstellen der Gesundheitspolitik. Eine Studie des Greifswalder Instituts für Community Medicine hatte in der vergangenen Woche gezeigt, dass es in Vorpommern zu wenige Kinderärzte gibt. Auch für andere Fachbereiche droht ein Ärztemangel.
Die Ergebnisse der Studie seien nicht überraschend gewesen, so Christian Moeller, Pressesprecher des Ministeriums für Arbeit, Gleichstellung und Soziales. „Jetzt haben wir aber zum ersten Mal belastbare Zahlen, die in die Tiefe gehen.“ Dass sich in Zukunft wesentlich mehr Ärzte für eine Praxis im ländlichen Raum entscheiden, glaubt Moeller nicht. Das Problem ließe sich nur in den Griff bekommen, wenn man die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Kliniken vereinfache. Dazu gehörten auch die Abrechnungsvorschriften der Kassenärztlichen Vereinigung. Bisher können Kliniken die
Behandlungen bei Kindern nur abrechnen, wenn es sich um einen Notfall handelt. Und auch dann nur mit einer Pauschale. Moeller kann sich auch vorstellen, dass
die Krankenhäuser in Zukunft selbst eine Notfallpraxis betrei-ben, um die Abrechnung zu vereinfachen.
„Wer vor Ort qualifiziert ist, der soll auch behandeln und abrechnen dürfen“, bringt es Dr. Neeltje van den Berg auf den Punkt. Die Geografin und Versorgungsforscherin hat an der Greifswalder Studie mitgearbeitet. Chancen für eine bessere Behandlung sieht sie auch in der Telemedizin. Per Videokonferenz werden dabei zusätzliche Experten zugeschaltet, wenn es um komplizierte Befunde geht. So könnten weite Wege für Untersuchungen vermieden werden. Einen Haken hat die Sache aber: „Bisher gibt es in der Kinder- und Jugendmedizin kaum Erfahrungen mit Telemedizin“, so van den Berg. „Hier ist weitere Forschung notwendig.“
Gegen eine Abrechnungsreform regt sich Widerstand bei einigen Hausärzten. Man befürchtet, dass die Kliniken im Wettbewerb um Patienten bevorteilt werden. Wichtig sei nun, so Christian Moeller, dass alle Beteiligten in den Dialog treten. Dabei dürfe es keine Denkverbote geben. Das Ministerium plane eine enge Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern aus Greifswald. Es gebe jedoch noch keine konkreten Pläne.
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