Nordkurier.de

Tote Tiere auf dem Kita-Hof: Waren es erneut die Nachbarshunde?

Zwar wurde der Zaun um das Kita-Areal in Zarrenthin neu gezogen, doch irgendwie kamen offenbar trotzdem Hunde auf den Hof. Leidtragende war auch eine Igel-Familie, die schon lange dort haust: Für eines der Stacheltiere endete der nächtliche Spaziergang über das Gelände tödlich.  FOTOs: Stefan Hoeft
Zwar wurde der Zaun um das Kita-Areal in Zarrenthin neu gezogen, doch irgendwie kamen offenbar trotzdem Hunde auf den Hof. Leidtragende war auch eine Igel-Familie, die schon lange dort haust: Für eines der Stacheltiere endete der nächtliche Spaziergang über das Gelände tödlich. FOTOs: Stefan Hoeft

VonStefan Hoeft

Es kehrt keine Ruhe ein in Zarrenthin: Diesmal wurden nachts im Kindergarten
ein Igel und ein Huhn massakriert. Die Täter scheinen klar, doch es existieren keine eindeutigen Beweise. Dafür gibt es
aber eine offizielle Anzeige.

Zarrenthin/Jarmen.Haben die Vierbeiner vom Nachbarhof um die Ecke trotz aller Ermahnungen und Strafandrohungen gegen ihre Besitzer erneut herrenlos das Dorf durchstreift und dabei zum wiederholten Male ihrem Jagdtrieb freien Lauf gelassen? Dieser Frage müssen jetzt wohl vor allem das örtliche Ordnungsamt und die Polizeiinspektion Anklam nachgehen. Denn bei letzterer wird seit dieser Woche eine offizielle Anzeige aus dem Rathaus Jarmen bearbeitet. Zwar ist darin im Amtsdeutsch von einer Sachbeschädigung Anfang Mai die Rede, doch hinter dieser „Sache“ verstecken sich Wesen aus Fleisch und Blut – Tiere.
„Zwei Hunde sollen ein Huhn und einen Igel totgebissen haben“, bestätigt Polizeisprecherin Ortrun Schwarz gegenüber Nordkurier. Tatort sei das Freigelände der Kita Zarrenthin. Jener Einrichtung also, die bereits im Februar/März im Rampenlicht stand, weil besagte Hunde aus der Nachbarschaft mehrmals die Bewohner ihres Streichelzoos niedermachten. Egal, ob sie die sicher in ihren Buchten verschlossen wähnten (Nordkurier berichtete).
Mittlerweile haben die Kinder zwar neue Tiere, doch vorsichtshalber dürfen die Vierbeiner bisher nicht wieder ins Freie, wie Kita-Chefin Ute Hacker verdeutlicht. Sie will mit der ganzen Geschichte eigentlich mal abschließen und am liebsten auch gar nichts mehr dazu in der Zeitung lesen. Doch nun reißt der neue Fall alles wieder auf.
„Wir haben schon lange ein Igel-Pärchen auf unserem Spielplatz, wir wissen, dass die unter dem Container auf dem Hof hausen“, erzählt die Leiterin. Und das Huhn hätten sie vorm Tod gerettet und wieder aufgepäppelt. Aber in einer Nacht vergangene Woche müssen sowohl das Federvieh als auch eines der Stacheltiere Opfer von Hunden geworden sein. Beobachtet habe die Vierbeiner zwar niemand dabei und wie genau sie es diesmal trotz des frisch gesetzten Zauns auf den Hof schafften, ist nicht ganz klar. Aber Anwohner hätten zur Schlafenszeit wildes Gebell und Krach vom Kita-Gelände gehört. Und die Spuren deuten weder auf Fuchs noch Marder hin.
Daher liegt die Vermutung nahe, das die „Täter“ erneut vom gleichen Hof kamen wie schon die Male zuvor. Zumal sich das weitläufige Privatgelände am Dorfrand nach hinten kaum absperren lässt und das Hoftor anscheinend nach wie vor ständig offen steht. Belegen lasse sich der Vorwurf diesmal leider nicht so einfach, meint Ute Hacker. Aber wer sonst sollte es gewesen sein?
Ein Fakt, auf den sich auch die Besitzer der verdächtigten Hunde berufen. „Die können das nicht hundertprozentig beweisen, es gibt auch keine Fotos“, unterstreicht das Herrchen im Gespräch mit unserer Zeitung. Also gelte hier die Unschuldsvermutung. Wenig später räumt er allerdings ein, dass die nächtliche Attacke durchaus auf das Konto seiner Tiere gehen könnte: „Wir können es nicht ausschließen.“ Wenn ja, sei das sicher ärgerlich. „Aber da kannst du nichts gegen machen.“ Vorwürfe, die Vierbeiner seien gefährlich, weist derweil die Hausherrin entschieden zurück. Sie kenne ihre Schützlinge genau, die täten keinem Menschen und erst recht keinem Kind etwas. Aber es seien eben Hunde, und in denen stecke ein Jagd- und Beutetrieb, versucht sie die Massaker zu erklären.
Was das Ordnungsamt nun in dieser Angelegenheit außer der Anzeige weiter unternimmt, ist erstmal unklar. Der zuständige Ressortchef ist diese Woche im Urlaub und erst nach Pfingsten wieder im Rathaus.

Kontakt zum Autor
s.hoeft@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×