Februar 21, 2012
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Kommunen von Redaktion

Trost-Million: Galander warnt vor Schnellschüssen

Von unserem Redaktionsmitglied
Claudia Müller

Der Vorschlag von Stadt- vertretern zur Ausgleichszahlung von 1,2 Millionen Euro kommt im Rathaus nur bedingt gut an:
Der Bürgermeister will einen Schulentwicklungsplan und Untersuchungen zum Sanierungsaufwand für die städtischen Bildungsein- richtungen, ehe Gelder für die Käthe-Kollwitz-Schule eingesetzt werden.

Anklam.Das Trost-Pflaster von 1,2Millionen Euro für Anklam sollte nicht verpulvert werden. Das hat jetzt Bürgermeister Michael Galander (IfA) betont und vor „Schnellschüssen“ gewarnt, zumal zu befürchten steht, dass der Anklamer Haushalt 2012 erneut ein Defizit aufweisen wird. Er reagierte damit auf den fraktionsübergreifenden Vorschlag von Stadtvertretern, den Ausgleich für den Verlust des Kreisstadt-Statuses für
die Sanierung der Käthe-Kollwitz-Schule und für die weitere Entwicklung der Nikolaikirche zum Erlebniszentrum „Ikareum“ zu nutzen.
In beiden Fällen sollte man auf jeden Fall versuchen, die Trost-
Million durch Fördermittel zu vermehren, anstatt sie ohne weitere Zuschüsse für Baumaßnahmen einzusetzen, machte Galander geltend. Außerdem halte er es für unerlässlich, ein Schulentwicklungskonzept und eine Untersuchung zu den Anklamer Schulgebäuden zu erstellen, ehe Investitionen für die Kollwitz-Schule auf den Weg gebracht werden.
Es sei unbestritten, dass an der Kollwitz-Schule eine Lösung für die bisher außerhalb des Hauses liegenden Toilettenanlage sowie für weitere Probleme wie einen fehlenden Aufzug gefunden werden müsse.
Doch zum einen sei bisher offen, wie sich die Schülerzahlen in Anklam entwickeln werden und welche Schulgebäude daher langfristig überhaupt noch erforderlich sind, so Galander. Zum anderen sei mit der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben, dass Gebäude mit Blick auf den Energieverbrauch und die Effizienz von Heizung und Dämmung bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Insofern stelle sich die Frage, welcher Aufwand bei der Modernisierung der Schulgebäude erforderlich ist, was in einem Gutachten untersucht werden sollte.
Er denke dabei vor allem an die Kollwitz-Schule, die Schillerschule, die Gebrüder-Grimm-Schule und das Cothenius-Haus als Nebenstelle der „Villa Kunterbunt“. Möglicherweise ergebe eine solche energetische Untersuchung ja auch, „dass wir uns totsanieren“ und die Sache überhaupt nicht lohnt. Insofern scheue er sich,
ohne Voruntersuchungen 500000Euro in die Sanierung einer Schule zu investieren, sagte Galander.
Klar sei, dass in der Innenstadt ein Schulstandort erhalten bleibe sollte. Darüber hinaus könne er sich aber auch den Neubau eines Schulzentrums im Bereich Mittelfeld vorstellen, wenn sich herausstellen sollte, dass die Stadt damit besser fährt als mit einer aufwendigen Sanierung, sagte Galander. Und was die bisherigen Schulgebäude angeht, so ließen sich Objekte wie das Cothenius-Haus an der Schulstraße statt für den Schulunterricht sicherlich auch für Wohnzwecke vermarkten.
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