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Über so viel Dummheit kann man nur stau(n)en

VonClaudia Müller

Urlaubsregion Vorpommern? Wohl
eher nicht. Urlaubern
und Anwohnern droht
in diesem Sommer der Verkehrsinfarkt. Die Behörden bauen an drei Haupt-Urlauberrouten gleichzeitig.

Vorpommern.Die Sonne knallt auf die Karosse, die Kinder sind am Lärmen und der ersehnte Urlaubsort ist noch weit weg: Staus zerren an den Nerven eines jeden Urlaubers. Genau diese Nerven werden viele Touristen und Vorpommern beweisen müssen, denn an drei wichtigen Verkehrspunkten wird ausgerechnet in der Hauptsaison gebaut.
Das betrifft nicht nur die Fahrbahnerneuerung auf der B 111 zwischen Züssow und der B 109 bei Moeckowberg (ein wichtiger Usedom-Zubringer von der A20), die bereits angelaufen ist. Vielmehr wird die B 111 auch in Wolgast wenige Kilometer später zum Nadelöhr, wenn dort im Juni ein Stück Fahrbahn erneuert wird. Und der dritte Engpass in Richtung Insel Usedom bleibt Anklam. Die Arbeiten für den letzten Abschnitt der Ortsumgehung laufen seit knapp fünf Monaten auf Sparflamme. Frühestens am 22. Mai kann es weitergehen, denn dann befasst sich das Rostocker Oberlandesgericht erstmals mit der Sache. Unternehmen, die bei der millionenschweren Auftragsvergabe leer ausgingen, hatten dagegen geklagt.
Doch, ob ab dem 22. Mai wieder voll gebaut werden kann oder nicht, ist egal. Denn das Tempo an der Brückenbaustelle ist ohnehin schon auf 30km/h beschränkt, die Fahrspuren sind verengt. Kommen die Urlauber, dann staut es sich.
Für Wolgast steht indes bereits fest, dass die Fahrbahn auf der viel genutzten B 111 Richtung Usedom in der Zeit vom 10. bis zum 28. Juni erneuert wird. „Das müssen wir machen, sonst bricht uns die Straße bald weg“, sagt Hans-Jürgen Höcker, Dezernent im Straßenbauamt Stralsund. Dafür muss die Ortsdurchfahrt am Oberwall einspurig gesperrt werden. Die ohnehin schon enge Straße bremst den Urlauberverkehr dann erst so richtig aus. Immerhin: Das Amt will die Sperrung auf möglichst wenige Tage beschränken. Während dieser Zeit soll der Lkw-Verkehr auf die Insel ab 7,5 Tonnen über die Zecheriner Brücke umgeleitet werden, während für Pkw eine Umleitung durchs Zentrum gilt.
Dezernent Höcker bittet um Verständnis für die sommerlichen Baustellen – man könne eben nur wenige Monate im Jahr für Straßenbau nutzen. Ab 1. Juli sind Straßenbauarbeiten auf Bundes- und Landesstraßen nach der Feriensperrverordnung des Landes aber tabu, so Höcker.
Der Tourismusverband Vorpommern ist aber auch über die Baustellen im Juni nicht glücklich. Wohl auch nicht die Berliner und Brandenburger. Denn dort beginnen die Sommerferien am 19.Juni. Doch auch Mecklenburg-Vorpommern startet schon am 22. Juni in die Ferien. Tourismusverbands-Chefin Fanny Holzhüter Will die Urlauber jedenfalls auf mögliche Behinderungen vorbereiten. Im Internet und bei Anfragen will ihr Verband auf die Baustellen hinweisen.

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c.mueller@nordkurier.de

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