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Und als Dank gibt‘s den Aufstieg

Der neue Trikotsatz für die Völschower Sturmvögel kommt von einem Anglerbedarf-Laden aus Greifswald. Im Hintergrund ist das Mannschafts- und Sanitärgebäude zu sehen, das die Sportler Dank vieler Eigenleistungen und Hilfe von einheimischen Gewerbetreibenden auf Vordermann gebracht haben. Zuletzt sponserte die Firma von Hubert Seehafer (kariertes Hemd) ihnen die Heizungstherme und den Gasanschluss.  FOTO: Stefan Hoeft
Der neue Trikotsatz für die Völschower Sturmvögel kommt von einem Anglerbedarf-Laden aus Greifswald. Im Hintergrund ist das Mannschafts- und Sanitärgebäude zu sehen, das die Sportler Dank vieler Eigenleistungen und Hilfe von einheimischen Gewerbetreibenden auf Vordermann gebracht haben. Zuletzt sponserte die Firma von Hubert Seehafer (kariertes Hemd) ihnen die Heizungstherme und den Gasanschluss. FOTO: Stefan Hoeft

VonStefan Hoeft

Während Völschows Sturmvögel diese Saison
auf dem Rasen mächtig Gas geben, sparen sie abseits kräftig Energie. Denn
viele Eigenleistungen und Unterstützung aus dem Dorf haben den Sozialtrakt am Sportplatz auf Vordermann gebracht – und auch für eine neue Heizung gesorgt.

Völschow.Zeitweise sollen Völschows Fußballer mehr Strom verbraucht haben als das Schulgebäude, der Kommune grauste schon vor den jährlichen Betriebskostenabrechnungen. Denn damit in den Umkleide- und Sanitärräumen auf dem Sportplatz außerhalb des Sommers annehmbare Temperaturen herrschten, mussten lange Zeit mehrere Ölradiatoren aufgefahren werden. „Da hat sich der Stromzähler dann immer überschlagen“, erinnert sich Frank Lewerenz, Geschäftsführer des Vereins. Und das waren nicht die einzigen Sorgen, nachdem im Frühjahr 2010 ein Rohrbruch im Fußboden des großteils noch aus DDR-Zeiten stammenden Gebäudes für einen erheblichen Wasserschaden gesorgt hatte.
Dessen Beseitigung nahmen die Völschower zum Anlass, die teils arg ramponierten Räume insgesamt wieder in Schuss zu bringen. Aber ohne finanzielle Beteiligung der Gemeinde, die mit den 3000 Euro von der Versicherung nicht besonders weit gekommen wäre. So stemmten die Sportler in Eigenleistung den alten Estrich heraus, besorgten und verlegten die neuen Wandfliesen. Auch beim Fenstereinbau packten sie selbst mit an, hinterher setzte es noch einen frischen Deckenanstrich. Und dann gab es da noch einheimische Firmen und Familien, die ihnen unter die Arme griffen und beispielsweise Warmwasserboiler und Sanitärkeramik spendeten. „Wir sind ja ein kleiner Verein, das hätten wir uns sonst nicht leisten können“, unterstreicht Lewerenz.
Nur das Heizungs- und damit Betriebskostenproblem blieb erstmal ungelöst. Bis jetzt der ortsansässige Fachbetrieb Hubert Seehafer einsprang. Während die Kicker eigenständig die nötigen Heizkörper und Leitungen installierten, sponserte der Völschower Unternehmer ihnen die Gastherme und den Gasanschluss. So dass die Sturmvögel seit dem jüngsten Winter ohne die sonst üblichen Stromfresser auskommen. „Das ist jetzt alles schon Luxus für uns“, freut sich der Vereinschef.
Er und seine Mannschaft bedankten sich nicht nur persönlich und per Handschlag bei den Helfern, sondern obendrein auf dem Spielfeld: Der SV Völschow erlebt in der Kreisliga Mecklenburgische Seenplatte-Vorpommern eine furiose Saison mit vielen Toren und steht mittlerweile an der Tabellenspitze, schnuppert also Aufstiegsluft.
Da rundete sich das Bild jetzt noch ab, als die Truppe einen neuen Trikotsatz aus Greifswald geschenkt bekam. Zur Verfügung stellte ihn der „Boddenangler“-Laden, Inhaber Jens Peczan und Mitarbeiter Jens Schmidt brachten die Sachen persönlich nach Völschow. Und beantworteten dabei Nordkurier gleich die Frage, was ihr Geschäft denn mit dem kleinen Dorf bei Jarmen und vor allem dessen Fußballern verbinde: Zwei Spieler und der Präsident sind Stammkunden, werfen also abseits des Trubels auf dem Rasen auch gern mal die Angel aus.

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