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Unverschämt! Diebe stehlen Behinderten den Transporter

Solch ein Ford Transit wurde dem  Arbeiter-Samariter-Bund gestohlen. Leidtragende sind die Behinderten, die mit dem neu gekauften Wagen durch Anklam gefahren werden sollten. [KT_CREDIT] FOTO: Wikimedia Commons
Solch ein Ford Transit wurde dem Arbeiter-Samariter-Bund gestohlen. Leidtragende sind die Behinderten, die mit dem neu gekauften Wagen durch Anklam gefahren werden sollten. [KT_CREDIT] FOTO: Wikimedia Commons

Fassungslosigkeit ist das momentan vorherrschende Gefühl bei Thomas Meyer vomArbeiter-Samariter-Bund (ASB). „Der Transporter sollte den Fahrdienst erweitern“, so der Mitarbeiter der Geschäftsführung. Jetzt ist das Auto gestohlen worden. Leidtragende sind die Behinderten, die mit dem neu gekauften Ford Transit durch Anklam gefahren werden sollten. Menschen mit körperlichen Einschränkungen hätten zum Arzt oder anderen Einrichtungen gefahren werden können. Auch die ältere Dame oder der gehbehinderte Mann aus der Nachbarschaft hätte von dem Fahrzeug profitiert. „Als Mietwagen mit Fahrer hätten auch Privatpersonen von A nach B gefahren werden können“, sagt Thomas Meyer von der Geschäftsführung. Wer nicht oder nur schwer mit dem Bus oder einem Taxi fahren kann, soll aufgrund des Fahrdienstes trotzdem am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Doch das ist jetzt nur eingeschränkt möglich. Der Transit, der extra für den Fahrdienst umgebaut war, ist vergangene Woche vom Hof der ASB-Geschäftsstelle an der Eckstraße gestohlen worden. Dreiste Diebe suchten sich offenbar das lukrativste Fahrzeug aus, alle anderen Pkw standen anschließend noch auf dem Parkplatz.
„Vielleicht hat das mit dem Mietwagenverkehr ja jemand falsch verstanden, hat sich selbst ans Steuer gesetzt und ist jetzt schon kurz vor dem Ural“, sagt Meyer mit bitterem Sarkasmus. Mehr als Galgenhumor ist in dieser Situation für ihn fast nicht mehr möglich. Für den Diebstahl haben sich die Täter übrigens genau den richtigen Zeitpunkt ausgesucht. Noch war der Pkw einfarbig und unscheinbar. Erst jetzt sollte er mit den bunten Aufklebern des ASB verziert werden. Eine Flucht mit dem gestohlenen Transporter konnte also unauffällig geschehen.

„Der Wagen sollte an der Lindenstraße stationiert werden, wo wir das begleitete Wohnen der Linde 17 haben“, sagt Meyer. Von dort aus seien wohl die meisten Fahrten gegangen. Ein weiteres Fahrzeug für den Fahrdienst ist schon länger in Betrieb. So fallen die bereits festgelegten Fahrten immerhin nicht ganz weg.

Doch es ist nicht der erste Vorfall in diesem Jahr, in dem die Organisation zu Schaden kommt. In der Nacht vom 26. auf den 27.März wurde erstmals in die Geschäftsstelle eingebrochen, nur zwei Wochen später erneut. Bei beiden Einbrüchen wurde Geld gestohlen. Mit einem Fahrzeugwert von über 30000 Euro ist der Transporterklau nun aber wohl der Höhepunkt der Serie. Erkennbare Zusammenhänge zwischen den Fällen gibt es laut Meyer aber nicht.

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