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Verwirrter Mann wohnte zusammen mit totem Hund

Etwa wie auf diesem Foto muss man sich die Feuerwehrleute vorstellen, die die Wohnung des verwirrten Mannes betraten.  Nur in Schutzanzug und mit Atemschutz trauten sie sich, den Sessel, auf dem der tote Hund seit Tagen lag, aus der Wohnung zu holen. [KT_CREDIT] FOTO: Wolfgang Weihs/dpa-Archiv
Etwa wie auf diesem Foto muss man sich die Feuerwehrleute vorstellen, die die Wohnung des verwirrten Mannes betraten. Nur in Schutzanzug und mit Atemschutz trauten sie sich, den Sessel, auf dem der tote Hund seit Tagen lag, aus der Wohnung zu holen. [KT_CREDIT] FOTO: Wolfgang Weihs/dpa-Archiv

Von Jörg Foetzke

Eine Tragödie für Mensch und Tier zugleich wurde am Pfingstsonnabend in Neu Kosenow offenbar: Einverwirrter 59-jähriger Mann, hat in seiner Wohnung einen Hund verhungern lassen.

Neu Kosenow. Der Verwesungsgeruch ließ die Nachbarn im Haus mobil werden. Sie riefen die Polizei, die dann auch schnell die Ursache des Übels aufspürte. Der unangenehme Geruch kam aus der Wohnung eines 59-jährigen Mannes, der vor Jahre aus dem Westen nach Neu Kosenow gezogen war. Auf einem Sessel lag einer
seiner zwei Hunde. Offenbar war der Labrador regelrecht verhungert und bereits vor mehreren Tagen gestorben. Einen zweiten Hund fanden die Beamten zwar lebend, aber sehr geschwächt vor.

Er wurde vorerst an Nachbarn zur Betreuung übergeben. „Die Hunde haben zuletzt nur noch Milch gekriegt“, vermutet René Lohmann. Der Chef der Neu Kosenower Feuerwehr und sechs seiner Kameraden wurden zur Hilfeleistung angefordert. „Die Polizisten habe das Tier in einen Plastiksack runtergetragen“, berichtet er. Die Feuerwehrleute holten dann den Sessel aus der Wohnung, auf dem der Hund lag. Doch das unter besondere Bedingungen: „Das ging nur mit Schutzanzug und Atemschutz“, erklärte René Lohmann.
Der Halter der Hunde war offensichtlich nicht mehr in der Lage, für seine Hunde zu sorgen. „Er war geistig nicht da. Er sagte, der Hund würde schlafen“, berichtet Wehrleiter Lohmann. Die Feuerwehrleute riefen dann den Rettungswagen. Der Notarzt ließ den 59-Jährigen in die Klinik nach Ueckermünde einweisen.

Gegenüber Bekannten soll der Mann davon gesprochen haben, dass er an einer schweren Krankheit leiden würde. Vor gut 14 Tagen sollen dann Mitarbeiter des Ducherower Ordungsamtes nach ihm geschaut haben, weil er im Ort kaum noch zu sehen war. Als sie an seiner Wohnungstür klingelten, habe der 59-Jährige geantwortet, es sei alles in Ordnung.

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