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Vom Winde verweht, gestrandet in Anklam

VonVeronika Müller

Das nennt man wohl Künstlerpech: Zwei ausländische Flieger sitzen in der Lilienthal-Stadt fest. Das „Schiet-Wetter“ hat ihnen einen Zwangsstopp verordnet. Doch die beiden nutzen die Zeit, um Anklam zu erkunden.

Anklam.„Meine Frau ist sicher schon zu Hause, sitzt auf dem Sofa und gönnt sich einen leckeren Rotwein.“ Ole Bundgaard lacht übers ganze Gesicht, obwohl er eigentlich nichts zu lachen hat. Der Däne hat am 30. Internationalen Spatzentreffen in Anklam teilgenommen und wollte am späten Sonntagabend eigentlich schon wieder daheim sein.
Doch das Wetter hatte anderes mit ihm vor. Sturmböen und Dauerregen zwangen den Piloten mit seinem Motorsegler der Marke Superfalke am Boden und somit dazu, in der Hansestadt zu bleiben.
Knapp 250 Kilometer und nur zwei Stunden Flugzeit trennen ihn von seiner Gattin auf dem Sofa, die bereits am Morgen mit dem Auto Richtung Dänemark aufgebrochen ist. Aber er ist nicht der einzige, der Pech mit dem Wetter hatte. Robert van Nimwegen aus den Niederlanden hat es ebenfalls erwischt. Er war mit einer Gruppe von 20 Fliegern nach Polen geflogen, um Touristen in Pila (Schneidemühl) abzuliefern. „Hat auch alles geklappt. Doch auf dem Rückflug bin ich als einziger hier gelandet.“ Die kleine Maschine hat nicht gegen Wind und Sturm ankommen können. Da war es sicherer, hier einen Zwischenstopp einzulegen. Immerhin sind es noch 550 Kilometer bis zum heimatlichen Flugplatz. „Dieser Halt sollte allerdings nur kurz sein, aber es zog sich und zog sich. Wetterbesserung nicht in Sicht. Inzwischen sind aus ein paar Stunden ein paar Tage geworden. „Aber alles halb so schlimm. In Anklam lässt es sich aushalten“, sagt Robert van Nimwegen gelassen. Immerhin haben die beiden die Zeit genutzt, um das Lilienthal-Museum zu besuchen, die Nikolaikirche in Augenschein zu nehmen und die Stadtgeschichte zu erkunden. Und einige Kneipen haben wir ja auch.

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