Februar 20, 2012
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Justiz von Redaktion

Vorpommerscher „Auto-Engel“ sitzt hinter schwedischen Gardinen

Schnelle Autos bringen einen auch schnell vor die Justiz. Diese Erfahrung macht Dirk Engels nicht zum ersten Mal. Die Staatsanwaltschaft wirft dem vorpommerschen Autoverkäufer erneut Geschäfte jenseits der Legalität vor und parkte ihn erst einmal in der U-Haft.

Dirk Engels
Dirk Engels
Anklam/Stralsund. (Katja Müller)  

Dirk Engels, ehemaliger Inhaber des nach ihm benannten Autohauses in Anklam, sitzt hinter schwedischen Gardinen. Der Autoverkäufer hatte bereits vor einigen Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Doch der 44-Jährige scheint nicht aus alten Fehlern gelernt zu haben. Als freier Autohändler soll er nun in der Region wieder seine Kunden geprellt haben, meint die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelt gegen ihn. „Ihm wird Betrug in mehreren Fällen vorgeworfen. Der bislang bekannte Schaden beläuft sich auf über 35 000 Euro“, erklärte Staatsanwaltschafts-Sprecher Ralf Lechte jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung.

 

Seit zwei Wochen sitzt Dirk Engels in Untersuchungshaft. Erfahrungen der vergangenen Jahre lassen laut Staatsanwaltschaft auf eine erneute Verdunklungsgefahr schließen. „Wir müssen davon ausgehen, dass er sich ohne Untersuchungshaft dem Verfahren entziehen würde“, erklärte der Sprecher der Behörde.


Auch in Anklamer Autohäusern schrillten dieser Tage die Alarmglocken. Gleich mehrere Geschädigte hatten sich bei Autoverkäufern der Stadt nach Engels erkundigt und Kontakt zu ihm gesucht. Diesen gibt es momentan aber nur über die Staatsanwaltschaft Stralsund. Engels drohen nach bisheriger Aktenlage bis zu fünf Jahre Haft und eine stattliche Geldstrafe, wie von der Staatsanwaltschaft zu erfahren war.


Denn nicht nur Anzahlungen durch Käufer hatte der Geschäftsmann demnach verwendet, um andere finanzielle Löcher zu stopfen. Die Folge: Etliche Kunden müssen Beträge von teilweise mehreren tausend Euro verloren geben. Hoffnung, irgendwann einmal wieder an das Geld zu kommen, gibt es praktisch nicht. Als gescheiterter Autohaus-Chef war Engels bereits 2008 vom Schöffengericht Greifswald zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Anklagebehörde legte dem früheren Autohändler schon damals 24 Fälle von Betrug, das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Konkursverschleppung vor.

 

Er habe Autos verkauft und ausgeliefert, obwohl sich Banken die Fahrzeuge gesichert hätten. Die Folge: Einige Kunden mussten ihre neuen Autos trotz geleisteter Zahlungen wieder herausrücken.


Die Ermittler hatten kurz nach dem Zusammenbruch des zeitweise zehn Mitarbeiter zählenden Unternehmens die Schadenshöhe auf insgesamt deutlich über eine Million Euro beziffert. Engels selbst hatte betrügerische Absichten gegenüber unserer Zeitung stets bestritten, jedoch Unregelmäßigkeiten eingeräumt.

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