Februar 18, 2012
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Affären von Redaktion

Warum Galander selbst im Amt blieb, aber Wulff keine Träne nachweint

Michael Galander [RS_CREDIT] Foto: C. Schönebeck
Michael Galander [RS_CREDIT] Foto: C. Schönebeck
Anklam. Der Wulff-Rücktritt: Auch Anklams Bürgermeister Michael Galander(IfA) kennt die Rolle des Gejagten, war sogar zwei Jahre suspendiert. Rücktritt war für ihn kein Thema, er kämpfte sich zurück ins Amt. Unser Redaktionsmitglied Carsten Schönebeck sprach mit Galander über Politiker unter Druck und wann es Zeit ist, zu gehen.

Herr Galander, haben Sie Mitleid mit dem Bundespräsidenten?
Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Christian Wulff wird sicher weich fallen. Der kann jetzt erst mal ein Buch schreiben und dann wird man sehen, was er in einem halben Jahr macht. Vielleicht brauchen VW oder Porsche bis dahin einen neuen Mann im Aufsichtsrat. Das ist bei einem Bürgermeister ja oft etwas anderes.

War der Rücktritt denn gerechtfertigt?
Es ging ja nicht nur um eine Einladung zum Abendessen. Wulff war offenbar sehr empfänglich für Mildtätigkeit egal ob jetzt bei Urlauben, Autos oder Krediten. Es gibt da einfach Grenzen. Und bei einem Bundespräsidenten sind die enger als bei anderen Politikern. Insofern war es höchste Zeit, dass er zurücktritt.

Und wo sind diese Grenzen?
Man kann das nicht exakt definieren. Einladungen gehören zum politischen Alltag. Schauen Sie mal, wer alles im VIP-Bereich von Hansa Rostock rumläuft. Ich bezweifle, dass die Landespolitiker dort ihre Tickets alle selber bezahlen. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch sinnvoll. Für die Wirtschaft und für die Politik. Aber wenn mich jemand aus der Wirtschaft zum Urlaub auf Sylt einlädt, dann muss ich selbst misstrauisch werden.

Was geht in einem vor, wenn Vorwürfe wie Vetternwirtschaft erhoben werden?
Wenn der Staatsanwalt ermittelt, weiß man ja, ob der Verdacht stimmt. Und wenn man nichts Falsches getan hat, kann man die Ermittlungen ruhig abwarten. Dann hat man die Pflicht so etwas durchzustehen.
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