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Was für eine Hütte! Sie wollen nur grillen

VonStefan Hoeft

Die Zemminer treiben
die Umgestaltung ihrer Dorfmitte jetzt weiter voran – auch mithilfe ihres berühmten Ehrenbürgers. Und zwar so, dass es dort bald richtig qualmt. Im nächsten Monat sollen zudem in dem kleinen Ort die Stimmen eines Spitzenchores erklingen.
Zemmin.Was bauen die denn da neu – ein kleines Haus? Diese Frage stellt sich wohl bei so einigen Uneingeweihten, die auf das jüngste Projekt des „Heimatvereins Summyn 1990“ stoßen. Denn gut sichtbar an der Ortsdurchfahrt wächst gleich gegenüber vom Dorfteich momentan eine Konstruktion aus
dicken Balken und Brettern empor, die angesichts ihrer Massivität viele Carport- oder Gartenhausbesitzer
vor Neid erblassen lässt. Dabei entsteht hier eigentlich „nur“ eine kleine Grillhütte, wie der Vorsitzende Jürgen Piek gegenüber dem Nordkurier verdeutlicht.
Sie ist Bestandteil eines umfangreichen Konzeptes zur Umgestaltung des Dorfzentrums, bei dem es vor allem um das Areal am alten Feuerwehrhaus geht, welches heute der Kultur und für Familienfeiern dient. Überall bei diesen Plänen schwingt auch der Name von Berthold Beitz mit, dem weltbekannten Mäzen und Vorsitzenden der finanzgewaltigen Kruppstiftung.
Schließlich ist der hier geboren und aufgewachsen, sein Elternhaus steht in Sichtweite schräg gegenüber auf der anderen Seite des Teiches. Seit jeher fördert der mittlerweile 99-jährige Zemminer Ehrenbürger seine pommersche Heimat, lässt auch dem Verein immer wieder Geld zukommen.
Was die Mitglieder unter anderem in die Lage versetzte, die besagte Umgestaltung in Angriff zu nehmen. Erst kamen nur neue Spielgeräte, dann verschwanden – vor allem aus Sicherheitsgründen – Anfang 2012 die alten Pappeln rings um das Freigelände. Anschließend veränderten die Zemminer auch die übrige Außenwirkung. Sie schufen eine neue stabile Einfriedung, durchsetzt mit steinbefüllten Metallgitterkästen und einzelnen Findlingen, bepflanzten diesen Zaun und brachten auf dem Innenareal mehrere junge Bäume in die Erde.
Künftig sollen die Einwohner noch mehr animiert werden, an diesem Ort gemeinsam zu verweilen. Wie zum Beispiel durch die besagte „Hütte“, in deren Mitte eine feste Grillstelle kommt und extra ein Abzug darüber durchs Dach. Da könne dann später jeder durchaus seinen eigenen Grill mitbringen oder eine Feuerschale und es sich so gemütlich machen, verspricht Piek.
Seine Truppe hob den Boden für das Fundament in Eigenleistung aus und übernimmt zudem fast den gesamten Aufbau. Daher geht das Ganze immer nur stückweise voran. Nun war Richtfest, demnächst folgen rote Ziegel für das Dach und am Ende werde noch der untere Bereich zwischen den Balken ausgemauert. Der Vorsitzende hofft, dass möglichst viel davon bis Mitte nächsten Monats erledigt ist. Am 14./15. Juni nämlich laden die Zemminer wieder zum Dorf- und Heimatfest ein.
Weil das samt den legendären „Zemminer Teichschlampen“ mittlerweile weit über ihre Gemeinde hinaus bekannt ist und meist locker mehr als 1000 Besucher zählt, hat sich der Verein 2013 zudem ein musikalisches Extra-Bonbon für Musikfreunde einfallen lassen: Er engagierte den gemischten „Chor in Sanitz“, kurz „CiS“ genannt.
Immerhin konnte das Ensemble von der Insel Rügen schon bei so einigen nationalen und internationalen Wettbewerben überzeugen. Seinen großen Auftritt in Zemmin hat der Chor am Freitag, 14.Juni, ab 19.30 Uhr in der Kirche. Und dank des Heimatvereins ist der Eintritt frei.

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s.hoeft@nordkurier.de

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