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Was ist bloß das Geheimnis des kleinen Lachtheaters?

Nicht nur der ehemalige Anklamer Bürgermeister Wolfgang Stifft (rechts) stand in der Rolle als Walter Pfaumann in Unterhosen auf der Bühne. Wenn gleich mehrere Paare ein und dieselbe Wohnung für ein Schäferstündchen nutzen, bleibt das nicht aus.
Nicht nur der ehemalige Anklamer Bürgermeister Wolfgang Stifft (rechts) stand in der Rolle als Walter Pfaumann in Unterhosen auf der Bühne. Wenn gleich mehrere Paare ein und dieselbe Wohnung für ein Schäferstündchen nutzen, bleibt das nicht aus.

VonClaudia Müller

Über 2500 Vorpommern wollen unbedingt das neue Stück der Laienschauspieler sehen und denken schon am Premierenabend an Karten fürs nächste Jahr.

Anklam.Wie machen sie das nur? Die Laienschauspieler vom kleinen Lachtheater haben mal wieder einen Volltreffer gelandet: Das Premierenpublikum kringelte sich am Samstagabend vor Lachen, es gab donnernden Applaus und noch vor dem Nachhauseweg erteilte mancher Anweisungen an seine Angetraute: „Bestell schon mal die Karten fürs nächste Jahr.“ Denn die Tickets für die Vorstellungen der Anklamer Spaßvögel sind mehr als begehrt. Schon seit Monaten sind die 15 Aufführungen des diesjährigen Stückes mit dem Titel „Seitensprung gewollt“ ausverkauft – und dabei stehen weit über 2500 Plätze zur Verfügung. Was ist das Geheimnis?
„Lachen macht das Leben schön“ heißt es im Eröffnungslied des Abends. Die Zuschauer stimmen zu und klatschen sofort den Takt dazu. Das, was folgt – eine spitzige Boulevardkomödie mit Liebeleien, Verwechslungen und einer witzigen Pointe nach der anderen – ist aber auch auf anderen Bühnen zu sehen. Warum also strömen Anklamer und Vorpommern aus der Umgebung in Scharen ins Anklamer Theaterhaus der Vorpommerschen Landesbühne, wenn dort die Amateure des Lachtheaters im Rampenlicht stehen? „Es ist stets ein gut gemachter Schank und man kennt die Leute, die auf der Bühne stehen“, sagen Eckhard Wutzke vom Anklamer Carneval Club (ACC) und seine Frau Karin, die zu den Stammkunden des Lachtheaters gehören. Ihr Bezugspunkt ist vor allem Silvio Meyer, denn der trägt im Winter ebenfalls die Narrenkappe des ACC, ehe er im Sommer aufs Lachtheater umsteigt. Im richtigen Leben Busfahrer, schlüpft er dieses Mal in die Rolle des Buchverlegers Frank Tröger, dessen Wohnung zu einem Liebesnest für mehrere Paare wird.
Auch die Anklamerin Angela Beck ist vom Lachtheater immer wieder begeistert. Warum? „Weil es Leute sind wie wir. Sie sind keine richtigen Schauspieler, sondern spielen aus der guten Laune heraus und bringen das super rüber“, sagt die Verkäuferin. Und dann verrät sie noch: „Mein Favorit ist Herr Zotner.“ Damit ist sie bei der Premiere nicht allein: Dirk Zotner, der in Anklam ein
Bestattungsunternehmen führt, begeistert als augenscheinlich schwuler Designer. Andere schwärmen von Uta Zotner als pfiffiger Gattin auf Abwegen. Oder ist Matthias Fricke in Reizwäsche oder Ex-Bürgermeister Wolfgang Stifft in Boxershorts der Brüller des Abends? Das mag man nicht entscheiden: Zusammen ist die lustige Truppe eben „Unser kleines Lachtheater“. U n s e r – das ist wohl das Geheimnis.

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