Was ist hinter Tür Nummer drei? Die hippe Akkordeon-Spielerei!

Eduard Bletsch mag das Akkordeon und hat bei „Jugend musiziert“ schon vordere Plätze belegt.
Eduard Bletsch mag das Akkordeon und hat bei „Jugend musiziert“ schon vordere Plätze belegt.

Vorpommern schläft nicht! Rund um die Uhr sind die Menschen auf den Beinen – und wir bleiben 24 Stunden wach, um sie für jeweils eine Stunde zu begleiten.
Von 14 bis 15 Uhr hat
unser Redaktionsmitglied Denny Kleindienst die Kreismusikschule in Anklam besucht – und war vom Talent der Kinder schwer beeindruckt.

Anklam.In der Kreismusikschule in Anklam ertönt aus jedem Raum ein anderes Instrument. Auf dem Flur im zweiten Stock des Hauses ergibt sich daraus ein fröhliches Durcheinander. Neben jeder Tür hängt ein rechteckiges Schild, auf dem der Name der Musikschullehrerin und das Instrument steht. Es ist aber auch so zu hören, was dahinter gespielt wird.
Die Tür zum ersten Raum öffnet sich: Gesangslehrerin Cordula Arndt sitzt am Klavier, neben ihr steht Regina und singt: „Muss ich dich fragen, o Herz.“ Das Stück ist von Franz Schubert. Während die Lehrerin in die Tasten greift, schaut sie immer wieder zu ihrer Schülerin, singt selbst mit und unterbricht sie schließlich. „Worum geht es in dem Lied?“, fragt Cordula Arndt. Sie beginnen von vorn. Regina singt und ihre Lehrerin ruft dazwischen: „Schön deutlich“, „schön aussingen“, „gut gemacht.“ Dann hat es Regina geschafft.

Nicht jeder muss gleich Star-Pianist werden
Die nächste Schülerin steht schon vor der Tür. In der Musikschule geben sie sich zwischen 14 und 15 Uhr die Klinke in die Hand. Das spricht für den guten Unterricht, liegt aber auch am großen Einzugsgebiet, aus dem die Schüler kommen.
Wechsel in den zweiten Raum: Auch hier wird Klavier gespielt, allerdings von der Schülerin selbst. Mathilde ist sechs Jahre alt. Ihre Füße reichen noch nicht bis zum Boden und stehen auf einer Extra-Fußbank. Als ihre Lehrerin Marina Zorn von den Voraussetzungen guter Klavierspieler erzählt, erscheint das junge Alter der Schülerin absolut einleuchtend. Sie sagt, es komme auf ein gutes Gehör an, um sich Melodie und Rhythmus merken zu können. Die Links-Rechts-Koordination zwischen den Händen sei zudem wichtig. Und zum Teil sei Klavierspielen auch Begabung. Die Fingerfertigkeiten lerne man dann in der Musikschule. Es gehört also einiges dazu, gut Klavier spielen zu können. Keine Frage: Natürlich sollen die Kinder mit Spaß dabei sein. Es sei aber auch richtig, „dass gute Leistungen die Kinder motivieren“, sagt Marina Zorn. Das trifft auf das Klavierspielen genauso zu wie auf das Fußballspielen. Es muss ja nicht jeder gleich der neue Star-Pianist werden. „Letztlich kommt es darauf an, was man vor hat“, so die


Klavierlehrerin.
Zumindest Musik im Blut hat die junge Anna Luise, die nach Mathilde dran ist. Sie spielt im zweiten Jahr Klavier. Blockflötenunterricht nimmt sie schon länger, dienstags und donnerstags singt sie auch im Chor. Welches Instrument schwieriger ist, kann sie genau sagen: „Immer das, was man spielt.“
Für Eduard stellt sich die Frage nicht. Er hat im dritten Raum Akkordeonunterricht. Das Instrument hat einen etwas eingestaubten Ruf. Doch wenn Eduard spielt, glaubt man ihm auch, das er zu Hause gern Akkordeonmusik hört. Das hat Pepp, lässt an Osteuropa oder Südfrankreich denken und klingt überhaupt nicht altbacken. Seine Lehrerin Andrea Neye spornt ihn noch an: „Freu dich mal auf das nächste Lied.“ Es ist 15 Uhr und in der Anklamer Musikschule wird fröhlich weitermusiziert.

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d.kleindienst@nordkurier.de

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