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Was wird aus dem Bahnhof?

VonVeronika Müller

Investruine, Freizeittreff oder Kulturbahnhof –
was macht Anklam aus seinem Bahnhof? Nachdem die Stadt ihn ersteigt hat, sind jetzt Ideen gefragt.

Anklam.Der Bahnhof ist das Einfallstor in die Hansestadt und damit auch ein Aushängeschild. Seit einer Woche gehört die Immobilie mit dem über 5000 Quadratmeter großen Grundstück der städtischen Wohnungsgesellschaft GWA. Doch was nun damit anfangen? Diese Frage steht im Raum. Schnellschüsse lehnen sowohl Bürgermeister Michael Galander (IfA) als auch GWA-Chefin Susanne Bluhm ab. Aber Stillstand ist auch kein Rezept. Zu lange dümpelt das seit Jahren fast leer stehende Gebäude vor sich hin. „Wir sind für jede Idee offen – sei sie auch noch so verwegen“, sagt Susanne Bluhm. „Jeder Vorschlag wird sorgsam geprüft. Nur seriös sollte er sein.“
Ähnlich sieht es auch der Rathaus-Chef, wenngleich seine Vorstellungen von einer künftigen Nutzung schon ein wenig konkreter sind. „Warum nicht einen Mix aus
verschiedenen Konzepten?“ So sei doch ein Bereich für die Jugend durchaus denkbar. Auch der Ausbau des
Gebäudes als Demokratie- oder Kulturbahnhof kann er sich vorstellen. „Ein reiner Jugendtreff mit Disco und anderen Party-Veranstaltungen wäre sicher nicht ideal. Denn der Reiseverkehr darf nicht gestört werden.“ Aber dass hier vielleicht Pfadfinder ein Zuhause finden, findet Galander durchaus machbar.
In eine ganz andere Richtung denkt Karl-Dieter Lehrkamp. Der CDU-Politiker und AWG-Chef findet eine touristische Nutzung sehr passend. „Der Bahnhof und Reisende – das gehört zusammen. So kann ich mir gut vorstellen, dass hier für Radfahrer und Rucksack-Touristen eine Station mit Informationen zur Stadt und Umgebung, eine Fahrrad-Ausleihstation mit Reparatur-Service sowie einigen Übernachtungsangeboten eingerichtet wird.“ Denn die Obergeschosse bieten seiner Meinung nach durchaus die Möglichkeit für kleine Pensionszimmer. Radler-Horste haben in vielen Orten, die an großen Radwanderwegen liegen, Hochkonjunktur. „Das passt doch gut.“
Weniger konkret sind die Ideen, die der Bauausschussvorsitzende Wolfgang Schröder (Die Linke) im Angebot hat. Er setzt lieber auf den
angekündigten maritimen Erlebnis-Park, der nach dem Willen eines Berliner Planungsbüro in den nächsten Jahren gleich nebenan ent-stehen soll. „Dann könnte der Bahnhof so etwas wie das Eingangstor für den Park sein.“ Ansonsten sollte Ruhe bewahrt werden. Schnellschüsse, die dann „nach hinten losgehen könnten“, lehnt er ab. „Der Bahnhof ist gekauft, das ist erst einmal wichtig. Alles andere wird sich finden. Ich denke, auch die Anklamer werden dazu viele Ideen haben.“

Wer seine Ideen einbringen möchte, kann dies übrigens ab sofort tun. Vorschläge sind sowohl bei der GWA oder direkt im Rathaus höchst willkommen.

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