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Welcher Kinderschreck irrt da durch Anklam?

Es waren wohl verschiedene Männer, die in der letzten Zeit mindestens drei Kinder angesprochen haben. Das ergaben die Untersuchungen der Kriminalpolizei. „Die Personenbeschreibungen gehen weit auseinander“, sagt Polizeisprecherin Ortrun Schwarz. Das sei keineswegs dem Umstand geschuldet, dass sich die Kinder nicht erinnern könnten. Im Gegenteil: „Kinder sind sehr gut darin, Personen zu beschreiben. Sie merken sich viele Details.“
Also müssen in Anklam verschiedene Männer unterwegs gewesen sein. Momentan allerdings ist Ruhe. Neue Fälle gebe es nicht, so die gute Nachricht der Kriminalpolizei. Ob es daran liegt, dass die Männer auf Grund der Berichterstattung momentan die Füße stillhalten, kann die Polizei nicht sagen. Vielleicht sind sie auch nicht in der Region beheimatet und nur zufällig in Anklam unterwegs gewesen.
In einem Fall hat ein Mann zu den Kindern nur Hallo gesagt, anschließend sind sie sofort weggerannt. Eventuell, so die Polizei, wollte er sie tatsächlich nur grüßen. Vielleicht hatten die Kinder gerade vorher ein Missbrauchsthema behandelt, weswegen sie besonders sensibel auf den Mann reagierten.
Nichtsdestotrotz gehe die Polizei jedem gemeldeten Fall mit aller Sorgfalt und Ernsthaftigkeit nach, versichert Schwarz. „Lieber kommen Eltern und Kinder einmal zu viel zu uns als einmal zu wenig.“ Ganz furchtbar finde sie Geschichten von Kindern, die nicht ernst genommen werden und so noch Jahrzehnte nach einer möglichen Tat darunter leiden. „Das Bauchgefühl ist oft richtig, also sollte man den Kindern glauben“, rät Schwarz.
Falsche Panikmache sei aber fehl am Platz. Trotzdem sollten Eltern mit Kindern über das Thema und das richtige Verhalten in solch einem Fall sprechen. Kinder könnten schließlich nicht 24 Stunden am Stück beaufsichtigt werden. „Wir können ja auch nicht jedes Kind zur Schule begleiten, das sich nicht mehr allein auf die Straße traut“, erklärt die Polizeisprecherin.

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