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Weniger Geld für Mitarbeiter soll Pleite-Kreis retten

VonGabriel Kords

Man kann’s ja mal versuchen: CDU-Mann
Axel Hochschild schlägt vor, einen Haustarif für die Verwaltungsmitarbeiter
zu vereinbaren. Doch
das ist gesetzlich gar
nicht möglich, sagt
die Verwaltung.

Vorpommern.Dieser Satz kann politische Debatten erzwingen: „Ich finde, es darf keine Denkverbote geben“, sagt Axel Hochschild mahnend. Der Greifswalder ist wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Kreistag und immer auf der Suche nach weiteren Einspar-Möglichkeiten für den Pleite-Kreis. Jetzt hat er die Mitarbeiter der Kreisverwaltung ins Auge gefasst: Ein Haustarifvertrag soll ihre Lohnkosten senken, schlägt er vor. Mehr als 1300 Mitarbeiter hat die Kreisverwaltung, mittelfristig sollen es weniger werden, wobei niemand so genau weiß, wie viele weniger. Denn ein Gutachten soll erst einmal klären, wie viel Personal der Landkreis für seine Aufgaben überhaupt braucht. Der Haustarifvertrag würde für die Verwaltungs-Mitarbeiter einen Gehaltsverzicht bedeuten, im Gegenzug aber den Verzicht auf Kündigungen, stellt Hochschild klar: „Die Sache hat also auch ihre Vorteile.“ Da ist sich der Personalrat der Kreisverwaltung nicht so sicher: Denn die Job-Garantie ist für die Verwaltungs-Mitarbeiter ohnehin schon Realität, sagt die Personalratsvorsitzende Gabriele Weigelt. Bis September 2014 und damit über die laufende Kreistags-Wahlperiode hinaus gelte außerdem ein Tarifvertrag, der Gehaltskürzungen verbiete. Der Vertrag wurde im Rahmen der Kreisreform geschlossen und ist sogar gesetzlich verankert.
Aus der Kreisverwaltung sind unter der Hand noch ganz andere Töne zu hören: Angeblich gibt es schon jetzt Probleme, gute Mitarbeiter zu finden; sogar zu Kündigungen soll es schon gekommen sein. Es sei eben nicht jedermanns Sache, täglich 100 Kilometer von Penkun nach Anklam zu pendeln, sagt einer, der es wissen muss. Und so ist es aus Sicht der Verwaltung genau der falsche Schritt, jetzt auch noch an der Gehaltsschraube zu drehen: „Wir brauchen qualifizierte Bewerber“, sagt etwa Dezernent Dennis Gutgesell. Für Hochschild ist das alles nur vorgeschoben: „Das ist die Standardantwort jeder Verwaltung.“
Er habe im Übrigen noch „jede Menge“ weiterer Sparvorschläge, sagt Hochschild. Die wolle er aber erst einmal in der eigenen Fraktion diskutieren. „Und außerdem mit dem beratenden Beauftragten, der ja hoffentlich in Kürze kommt.“

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