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Wer hat Galander aus dem Internet geschossen?

VonJörg Foetzke

Der Krieg im Internet hat Vorpommern mit voller Härte erreicht. Unbekannte Hacker haben die Seite der Initiativen für Anklam (IfA) sowie der „Kompetenz für Vorpommern“ lahm gelegt.

Vorpommern.Die Initiativen für Anklam (IfA) und die Kompetenz für Vorpommern (KfV) plagen sich gegenwärtig mit einem unsichtbaren Gegner im Internet herum. Dieser infizierte die elektronischen Info-Plattformen beider Vereinigungen in der vergangenen Woche mit schädlichen Dateien derart, dass diese erst einmal abgeschaltet werden mussten. Ob die Hacker mit der Attacke das prominenteste IfA-Aushängeschild Michael Galander im Visier hatten, ist fraglich, denn aus dem Rathaus hat man keine Hinweise für Attacken auf die Seite www. anklam.de.
Offenbar wurde der Hackerangriff am vergangenen Donnerstag: „Nach ein paar Sekunden wurden unsere Seiten plötzlich auf eine englischsprachige Homepage umgeschaltet“, berichtete Christian Schröder, der für IfA und KfV die Medienarbeit koordiniert. Schnell war klar, dass Hacker am Werke waren. Bis voraussichtlich Ende der Woche bleiben die Internetadressen www.ifa-anklam.de und www.kfv-vorpommern.de abgeschaltet. Spezialisten sind nun dabei, die Inhalte beider Internetseiten neu zu strukturieren. Die Kosten dafür schätzt Christian Schröder auf rund 1200 Euro. Wer den Angriff auslöste, ist noch unklar. Gegenwärtig sei man mit dem Dienstleister, einem großen deutschen Internetdienstleister, dabei, die Daten zu analysieren. „Es ist durchaus möglich, dass wir Anzeige erstatten. Schließlich ist das ja ein krimineller Akt“, erklärt Christian Schröder.
Doch offenbar haben die Betroffenen den Internet-Gangstern ihr unseliges Treiben auch noch erleichtert: Nicht alle angebotenen Aktualisierungen des Redaktionssystems habe man in Anspruch genommen, räumte Christian Schröder ein. Dies habe man jedoch nicht unterlassen, um Geld zu sparen. „Vielmehr wollten wir die Seiten im Vorfeld der Wahlen 2014 umfassend überarbeiten“, erklärte Schröder. Dabei sollte dann auch das Redaktionssystem auf den modernsten Stand gebracht werden. Doch nun ging diese Strategie nach hinten los.
Bei den Grünen, der SPD und den Christdemokraten in der Region sorgt man sich professionell um den Internet-Auftritt. Ausnahmslos setzen die Parteien auf Spezialisten, damit sich kein Schlupfloch für Hacker findet. „Lediglich Ende vergangenen Jahres gab es eine Attacke auf unseren Pommern-Blog“, berichtet CDU-Kreisgeschäftsführer Sandro Martens. Allerdings konnte diese erfolgreich abgewehrt werden.

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j. foetzke@nordkurier.de

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