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Wie kann man so einen Verwaltungs- Hickhack zulassen?

VonGabriel Kords

Logisch ist anders: Obwohl Greifswald schon lange zum Kreis gehört, dürfen dort nur Greifswalder ihre Autos zulassen. Alle anderen Kreis- Bürger müssen nach Anklam fahren – und dort Schlange stehen. Der Kreis und das Innenministerium schieben sich die Schuld daran gegenseitig in die Schuhe.

Vorpommern.Besonders für Bürger aus Loitz und den Ämtern Landhagen und Lubmin ist es seit der Kreisreform vor knapp zwei Jahren ein ständiges Ärgernis: Obwohl für sie die Zulassungsstelle in Greifswald viel näher wäre, dürfen dort weiterhin nur Greifswalder ihre Autos zulassen. Das sollte eigentlich schon im Januar anders werden, denn ab dann wollte der Kreis eigentlich endlich eine dritte reguläre Zulassungstelle neben Pasewalk und Anklam in der Kreisstadt einrichten – geöffnet für alle Bürger im Landkreis.
Doch daraus wird nichts, sagte Dezernent Jörg Hasselmann (CDU) im Kreistag. Während er dort bloß von „technischen Problemen“ sprach, nennt Kreis-Sprecher Achim Froitzheim auch die Hintergründe dieser wenig bürgernahen Entscheidung: Schuld sei nicht die Kreisverwaltung, sondern wieder Mal Schwerin: „Für das Vorhaben gibt es derzeit keine Genehmigung aus dem Schweriner Innenministerium.“ Die Behörde verweigert ihre Zustimmung mindestens so lange, bis der Kreis ein Gesamtkonzept für seine künftige Verwaltungs-Struktur aufgestellt hat. Und weil das eine komplizierte Sache ist, können durchaus noch etliche Monate ins Land gehen, bis es so weit ist. Auf einen Zeitplan will sich Froitzheim jedenfalls nicht festlegen.
Und das Ministerium? Weist die Darstellung des Kreises zurück. Sprecherin Marion Schlender lässt wissen, Schwerin habe zwar einstweilen untersagt, dass Räume für eine solche Zulassungsstelle angemietet würden, denn: „Die Einrichtung einer Zulassungsstelle im nördlichen Teil des Kreises ist weder zwingend erforderlich noch notwendig.“
Schlender weist allerdings auch darauf hin, dass „eine Mitnutzung der bisherigen Zulassungsstelle in Greifswald oder die Bildung einer gemeinsamen Zulassungsstelle am selben Ort durchaus möglich sei. Die Bürger im Kreis kennen das schon: Die Sache funktioniert nicht und die Behörden schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu.
Da dürfte es auch kaum ein Trost für die Bürger sein, dass unser Kreis mit seinen Problemen bei der Auto-Zulassung nicht alleine dasteht: Im Nachbarlandkreis Mecklenburgische Seenplatte verlautete gerade, dass die Zulassunsstelle in Demmin geschlossen werden soll, zu Gunsten der in Neubrandenburg.

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