Michael Woitacha, Karin Heymann und Christa Labouvie sind Mitglieder des neuen Loitzer Tourismus-Vereins „PULS“. [RS_CREDIT] FOTO: Ulrike Rosenstädt
Von unserem Redaktionsmitglied Ulrike Rosenstädt
Dass Loitz alles andere als eine verschlafene Stadt ist, die nichts zu bieten hat, haben zwei Wahl-Mecklenburger erkannt. Mit Sack und Pack sind sie nach Loitz gezogen und wollen sich nun für den Ausbau des sanften Tourismus vor Ort engagieren.
Loitz.Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, aber garantiert auf den zweiten und die verbindet nun Michael Woitacha und Christa Labouvie mit der Stadt Loitz. Diese Zuneigung zu einer Stadt am Fluss, die so viel touristisches Potenzial zu bieten hat, wollen die beiden in Projekte stecken. „Und die sollen einen Beitrag leisten, um die wunderschöne Natur hier noch bekannter zu machen“, sagt Christa Labouvie. Während sie als Managerin das Netzwerk „Abenteuer Flusslandschaft“ weiter ausbauen möchte, hat sich Michael Woitacha den Aufbau einer Kanustation und eines Karavanstellplatzes zur Aufgabe gemacht. Als ausgebildeter Natur- und Landschaftsführer weiß er genau, was es bedeutet, eine Landschaft und Tourismus sanft miteinander zu verbinden. Auch wenn auf dem Fluss gerade dickes Eis schwimmt, freut sich der gebürtige Rheinländer schon heute auf die ersten geführten Touren entlang der Peene. Der Fluss ist ihm kein Unbe- kannter. Schon vor acht Jahren ist er nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen, lebte einige Zeit auf der Insel Usedom und ist beruflich seit sechs Jahren im Tourismus tätig. Mit dem neuen Jahr stellt er sich nun beruflich neuen Herausforderungen. „Es ist unheimlich schön hier, die Ruhe und die Weite begegnen einem wie ein Geschenk“, sagt er. Und warum soll man Geschenke nicht mit anderen teilen. Natürlich ist auch er sich bewusst, dass allein gar nichts geht und das es verlässliche Partner braucht, um den Tourismus in und um Loitz attraktiv zu gestalten. Partner sind schon jetzt die Macher und Mitstreiter von „Abenteuer Flusslandschaft“, die ihren Hauptsitz in Anklam haben. Im zurückliegenden Jahr wurden sie mit dem Eden-Award als beste wassertouristische Region ausgezeichnet. Doch auch Gastronomen und Reiseunternehmer konnten Christa Labouvie und Michael Woitacha schon für ihre Ideen begeistern. Mit deren Unterstützung konnte bereits der Verein „PULS“ gegründet werden. Dieser versteht sich ebenfalls als Netzwerk und wichtige Schnittstelle. „Der Verein soll ein Dach für Projekte sein“, erklärt Christa Labouvie. Zu diesen Projekten zählen unter anderem „MOVELO“-Touren bei denen die Peenelandschaft mit einem Elektrorad erkundet wird. Geführte Bus- touren, Erlebnistage auf dem Flugplatz in Schmoldow, Angelworkshops sowie das Organisieren von Paddelwochenenden speziell auch für Tagesgäste aus Greifswald sind ebenfalls Angebote, die schon in der kommenden Saison umgesetzt werden könnten. Viele Ideen haben die beiden und natürlich die „PULS“-Mitstreiter wie die Loitzerin Karin Heymann, die sich ebenfalls aktiv in die Vereinsarbeit einbringt. Dankbar sind die Zugezogenen auch über das Entgegenkommen des Loitzer Bürgermeisters Michael Sack. „Die Rathaustür stand uns offen. Unsere Vorhaben fanden Gehör, das ist toll, weil es nicht selbstverständlich ist“, wissen die beiden aus Erfahrung. Und das ihre Ideen durchaus auch außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern bereits auf Interesse stoßen, davon konnte sich die Netzwerkmanagerin in den zurückliegenden Wochen bereits bei zwei Messen in Düsseldorf und Berlin überzeugen. „Flyer von Abenteuer Flusslandschaft gingen schnell über den Tresen“, erzählt die Wahl-Loitzerin. Schließlich wurde sie auch nicht müde die vielen Fragen zum Thema Tourismusangebot und Tourismusent- wicklung entlang der Peene zu beantworten. Also von Winterschlaf kann da wirklich keine Rede mehr sein.