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Ausstellung nährt die Hoffnung auf mehr

VonJana Otto

Zum ersten Mal zeigten zehn regionale Künstler ihre Werke gemeinsam. An einigen durften sogar Schüler Hand anlegen.

Demmin.Die erste große Ausstellung regionaler Künstler im Lübecker Speicher ist beendet. Am vergangenen Sonnabend hatten Interessierte zum letzten Mal die Chance, die Werkschau zu sehen.
„Ich weiß, was dahinter steht. Wieviel Aufwand, Engagement und Zeit es kostet, doch es hat sich in jeder Weise gelohnt“, resümierte Stefan Richter, Vorsitzender des Speichervereins. Und zufrieden mit dieser 1. Jahresausstellung, die Malerei, Fotografien, Plastiken und Installationen zeigte, waren auch die ausstellenden Künstler. „Wir hatten eine überraschend gute Resonanz“, meinte Christian Kabuß. An Hochtagen zählte der Speicherverein über 80 Menschen, die sich die Ausstellung ansahen. Der Altkalener Christian Kabuß, der Malerei zeigte, war besonders angetan über die vielen, guten Gespräche, die er mit Besuchern führen konnte. Gerne nämlich nahmen sich die Künstler die Zeit und führten die Gäste durch den Speicher, wenn es gewünscht wurde. „Wir konnten hier zeigen, dass hinter der Kunst Leute stehen.“ Für die zehn beteiligten Künstler war es das erste Mal, dass sie ihre Werke gemeinsam in einer Schau präsentieren. „Wir passen gut zueinander und in diesem lockeren Künstlerzusammenschluss gibt es durchaus Tendenzen, das weiterzuführen. Das Interesse ist in jedem Fall da“, meinte Christian Kabuß.
Einig waren sich die Beteiligten auch darüber, dass die Entscheidung, im Lübecker Speicher auszustellen, eine gute war. Und das, obwohl die Präsentationsbedingungen anfangs nicht gleich überzeugten. „Wenn man den Raum aber jetzt erlebt, dann übt er eine Faszination aus. Es ist schon erstaunlich, was aus diesem Raum geworden ist“, sagte Stefan Richter und sprach den Künstlern damit aus der Seele. Für ihn als Vereinsvorsitzenden steht fest, dass diese Ausstellung einen langen Nachhall in der Kunstszene und in der Hansestadt Demmin hat. „Es macht Hoffnung, dass hier weiter etwas passiert.“
Im Rahmen dieser Werkschau entstand sogar ein Projekt, bei dem Schüler aktiv wurden. Als Grundlage dienten ihnen die kritischen und lebensnahen Fotos von Franz Riegel, der Schandflecke im öffentlichen Raum einfing. „Die Schüler bekamen Kopien davon, setzten sich mit den Schmierereien und teils menschenverachtenden Formulierungen auseinander und übermalten sie mit ihren eigenen, positiven Ideen“, erläuterte die Glendeliner Künstlerin Irene Herre. Was dabei entstanden ist, bekamen die Besucher am Tag der Finissage zu sehen, denn die Schülerarbeiten schmückten die Wände. „Wenn Kunst so weiter getragen wird, ist das großartig“, sagte Franz Riegel beim Betrachten.

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j.otto@nordkurier.de

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