Nordkurier.de

Bange Blicke richten sich auf Deiche

Demmin/Gresse.Als die Demminer Rotkreuzler am Montag ins Flutgebiet an der Elbe aufbrachen (der Nordkurier berichtete), wussten sie nicht genau, was sie erwartete. Mittlerweile aber ist ihnen klar geworden, dass die Realität die Fernsehbilder übertrifft. „Wenn man das ganze Elend hier sieht, das Wasser, die Sandsäcke, das ist schon beängstigend“, erzählte der Leiter der Einsatzeinheit, Eckart Barz, gestern am Telefon. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich gerade in Boizenburg. Dort herrschte banges Warten, ob die Deiche halten würden. Das Wasser stand bereits knapp unter der Krone. Rund acht Tonnen, hatte Barz erfahren, würden auf jedem Quadratmeter Deich lasten. „Das ist schon ein gewaltiger Druck.“
Druck aber auch die Helfer, in körperlicher wie auch psychischer Hinsicht. Die Demminer sind inzwischen in dem Dorf Gresse etwas außerhalb von Boizenburg stationiert. Dort richteten sie in einer Turnhalle ein Evakuierungslager für rund 60 Personen ein. „Die müssten evakuiert werden, falls die Deiche brechen“, sagte Eckart Barz. Sie selbst schliefen zunächst in einem Zeltlager, mittlerweile auf Feldbetten in einer Halle. Oder genauer: „Wir ruhen nur, schlafen kann hier sowieso kein Mensch.“
Etwa vier Stunden an Zeit dafür bleibt ihnen nach Auskunft von Eckart Barz täglich. Dem entsprechend spüren sie mittlerweile den Einsatz „Das ist eine ganz schöne Belastung.“ Zumal es viele organisatorischen Dinge gebe, die man als Außenstehender nicht mitbekomme. Zeitweilig sei das ein ganz schönes Durcheinander, sagte Barz. „Aber das ist normal in so einer Lage.“
Immerhin sind die Demminer auch nicht allein. Unter den Helfern von Bundeswehr, Feuerwehren und anderen Kräften unterstütze man sich gegenseitig. Wie lange das noch dauern wird, ist offen. Der Katastrophenalarm galt laut Eckart Barz mit gestrigem Stand noch bis 18. Juni.gwa

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×