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Bedrohliche Zellen schon früh im ärztlichen Blick

Operationstag im Demminer Krankenhaus: Bei einer frühen Erkennung kann Darmkrebs geheilt werden.  FOTO: Archiv Georg Wagner
Operationstag im Demminer Krankenhaus: Bei einer frühen Erkennung kann Darmkrebs geheilt werden. FOTO: Archiv Georg Wagner

Von unserem Redaktionsmitglied
Gudrun Herzberg

Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um Schlimmeres zu verhindern. Das Demminer Krankenhaus bietet spezielle Tumorsprechstunden an.

Demmin.Die Darmoperation ist gut verlaufen und Horst Sundt aus Klein Nemerow ist froh, sich den Chirurgen im Demminer Krankenhaus anvertraut zu haben. „Ich habe den Tipp von meinem Arzt erhalten und bin sehr zufrieden“, sagt er. Im Gespräch mit dem Chefarzt der Klinik für Chirurgie, Dr. Lutz Wilhelm, konnte der Patient seine Ängste abbauen und alles Wichtige zur Operation erfahren. Viele dieser Gespräche gehören zum Alltag in der Klinik. Lutz Wilhelm verweist auf eine bundesweite Kampagne zur Vorsorge vor Dick- und Mastdarmkrebs. „Warum ist das so wichtig?“
Dr. Derk Engel, Chirurg im Demminer Krankenhaus, bietet mindestens einmal pro Woche eine spezielle Tumorsprechstunde an und ist über den zweithäufigsten bösartigen Tumor in Deutschland zwiegespalten: Einerseits ist diese Krebsform bei rechtzeitiger Erkennung meistens heilbar und eine Vorsorge so effektiv wie bei keiner anderen Art. Andererseits kommen immer wieder Patienten mit sehr weit fortgeschrittenen Tumoren, oft genug mit einem Darmverschluss zu uns. Man gehe davon aus, dass sich über 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen allmählich aus zunächst gutartigen Darmpolypen entwickeln, die dann entarten und sich über einen vielgestaltigen Polypen zum Krebs entwickeln. „Das kann zehn Jahre dauern“, so Dr. Engel. Die Krebszellen können sich bösartig und zerstörerisch ausbreiten. Die einmalige Chance, diese Polypen zu entfernen, bietet nur die Darmspiegelung. In der Vorsorge übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Versicherte ab dem Alter von 55 Jahren, da dann die Gefährdung steigt. „Leider wird dieses Angebot nur von wenigen genutzt, lange schreckte die aufwendige Darmreinigung viele ab“, meint Derk Engel. Heute sei dies durch die Einschränkung der Trinkmenge zwar einfacher, aber dafür müssten gesunde Menschen zur Krebsfrüherkennung bewegt werden. Und das sei oft schwierig, meint Dr. Ulf-Birger Riedel, Internist in Demmin. Er wünscht sich, dass Leute rechtzeitiger kommen.Infos unter:
www.darmkrebs.de/ueberblick/
was-ist-darmkrebs

Kontakt zur Autorin
g.herzberg@nordkurier.de

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