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Benefizkonzert spielt viel Geld für den Volksbund ein

Die Solistin Silvia Hagen-Penske sang ein Medley aus Operettenmelodien.  FOTO: Jana Otto
Die Solistin Silvia Hagen-Penske sang ein Medley aus Operettenmelodien. FOTO: Jana Otto

VonJana Otto

Das Landespolizeiorchester nimmt die Demminer mit auf eine musikalische Reise ans Meer. In der Pause suchen die Gäste in einer neuen Datenbank nach dem Verbleib ihrer Angehörigen. Mit Erfolg.

Demmin.Ein wenig sprachlos war Karsten Richter schon, als Demmins Bürgermeister Michael Koch (CDU) ihm den Scheck überreichte. 2024 Euro waren dort eingetragen, eine Summe, die der Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, selten nur von Veranstaltungen mitnehmen darf. „Ich danke Ihnen sehr herzlich dafür. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur zwei Konzerte, die so eine hohe Summe erreichen“, sagte Karsten Richter.
Es gehört schon zur guten Tradition, dass das Landespolizeiorchester Mecklenburg-Vorpommern im Frühling in die Hansestadt reist, um ein Benefizkonzert zu geben. Das Geld, das Sponsoren und Konzertbesucher spenden, kommt dem Volksbund zugute, der es einerseits für die Kriegsgräbererrichtung und -pflege sowie andererseits für die Friedensarbeit in ganz Europa einsetzt.
Zum elften Mal bereits war das Schweriner Landespolizeiorchester zu Gast in der Demminer Friesenhalle. Der musikalische Leiter Christof Koert nahm die Konzertbesucher mit auf eine Reise durch die wilden Wogen der Meere. Und so erklangen Melodien von Richard Wagner, Jan van der Roost oder von Jazz-Legende Benny Goodman. Ob Walzer, Operette oder Swing – das Programm hielt für jeden der überwiegend älteren Besucher einen Höhepunkt parat.
Doch nicht nur die Musik begeisterte, auch Marc Grabowski als Moderator des Konzertes. Der Musiker wechselte immer wieder zwischen seinem Orchesterplatz und dem Mikrofon. Unterhaltsam führte er durchs Programm und die Zuhörer erfuhren von ihm interne Orchesterdetails und Wissenswertes zu den Komponisten oder Arrangeuren der Musikstücke.
Die knapp 20-minütige Pause nutzten die Besucher, um sich bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen zu stärken, den der Demminer Ringerverein in diesem Jahr ausschenkte. Doch auch der Infostand des Volksbundes zog viel Publikum an. Hier gab es allerdings nicht nur Broschüren, vielmehr konnten Interessierte Fragen zu ihren Angehörigen stellen. Karsten Richter saß am Laptop und befragte die große Datenbank. „Ich habe heute vier Leute direkt gefunden und konnte den Hinterbliebenen sagen, wo ihre Angehörigen liegen“, sagte er anschließend erleichtert. Viele Menschen rechneten nach 70 Jahren nicht mehr damit, dass es noch neue Informationen über den Verbleib ihrer Angehörigen gibt. „Doch die Datenbank wird ständig aktualisiert und man kann auf sie unter www.volksbund.de von jedem Rechner zugreifen“, sagte Richter.

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j.otto@nordkurier.de

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