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Da gibt es Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Weg ins Leben

VonGudrun Herzberg

Wer im ersten Anlauf die Berufsausbildung nicht schafft, hat die Chance, bei einem Bildungsträger die Lehre zu machen. Aber die Zeit der zahlreichen Weiterbildungen ist vorbei. Können sich Bildungsträger noch behaupten?

Demmin.„Wir haben noch genug zu tun. Aber die Teilnehmer werden immer schwieriger. Die Betreuung umfasst ein sozialpädagogisches Programm, zusätzlich zur Ausbildung und Vorbereitung auf den Einstieg in den Beruf“, sagt Simone Schoknecht vom Peeneland Bildungswerk in Demmin. Viele junge Leute seien nicht mehr so belastbar, geben schnell auf oder haben sich mit Hartz IV schon eingerichtet. „Das ist natürlich sehr schade, zumal es genügend Betriebe gibt, die Auszubildende suchen“, schätzt Jürgen Wiegert, Geschäftsführer des Peeneland Bildungswerkes, ein. Man könne als Bildungsträger natürlich die Zeit der 90er-Jahre nicht vergleichen. Da wurden in Massen Floristen und Klempner und andere Berufe ausgebildet. Jetzt müsse sich ein Bildungsträger schon seine Nischen suchen.
Im Peeneland Bildungswerk werden derzeit Erzieher ausgebildet, sie werden gebraucht. Eine Klasse ist bereits im Juni fertig, zwei weitere folgen. Dann gebe es Maßnahmen zur Fortbildung mit Fahrschulausbildung. Denn die Flexibilität der jungen Leute sei wichtig. Und das E.ON edis-Projekt, in dem Jugendlichen eine zweite Chance zur Ausbildung gegeben wird, werde fortgesetzt.
Im Bildungsinstitut für Umweltschutz und Wasserwirtschaft werden insbesondere Metallberufe und Bauberufe ausgebildet. „Wir haben benachteiligte junge Leute, die unsere Hilfe benötigen“, sagt Stefan Knuth, stellvertretender Außenstellenleiter in Demmin. Die Jugendlichen müssen motiviert werden, einen Beruf zu erlernen, um auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance zu haben. „Aber wer will, hat eine Chance, auch als Hilfsarbeiter“, meint Knuth. Bei den Metallberufen gebe es noch eine Fortbildung zum Schweißer und dann könne man auch Arbeit finden. Aber es werde immer schwerer, die jungen Leute auch dafür zu begeistern.

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g.herzberg@nordkurier.de

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