Februar 20, 2012
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Demmin von Gerald Gräfe

Dargun: Zipfelmütze am Ortseingang

Für 72 Stunden war der Darguner Bürgermeister entthront und musste den Narren die Regentschaft am Klostersee überlassen. Mit der Prinzen-Verbrennung geht diese nun zu Ende.

Garde
„Beinarbeit“ und Präsentationen der Garden erzeugten zeitweilig einen wahren Begeisterungs-Taumel.
Foto: Gerald Gräfe
Dargun (nk)  

Am Dienstag um 7 Uhr schließt Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann wieder die Tür zu seinem Amtszimmer auf: Mit der Prinzen-Verbrennung zur frühen Morgenstunde endete die dreitägige Narren-Regentschaft am Klostersee. Für 72 Stunden war der entthronte Bürgermeister für den „Nordkurier“ nur bedingt ansprechbar: „Ich bin nicht berechtigt, Termine zu vereinbaren oder gar dienstliche Auskünfte zu geben.“ Er sei nur mit Wisch- und Staublappen in seinem Amtszimmer anzutreffen, bemerkte der Mann noch Montagvormittag.

 

Indes scheint der Darguner Karnevalsverein seine Macht über die Bier- und Käsehochburg Mecklenburg-Vorpommerns nicht vollends ausgekostet zu haben: „Ich bekam keine Beschwerden“, witzelte Graupmann. Denn die von ihm am Sonnabend übergebenen Schlüssel passten gar nicht ins "rote" Rathaus. Nur dessen Kohlenkeller hätte damit geöffnet werden können.

 

So mussten denn auch Prinz Stefan II. und Prinzessin Christin I. nebst einigen Vertretern ihres Hofstaates „artig“ bei ihm an der Tür klopfen, um Einlass zu erhalten, berichtete der Bürgermeister jovial lachend. Der Narren-Prinz habe zwar in seinem Stuhl zur Probe gesessen, doch dabei das Sitzmöbel eher als Schaukelstuhl empfunden. Darin festen Halt zu finden, das sei eben eine Kunst, tröstete ihn Graupmann.

 

Nicht in allen Stadteilen scheinen die Narren die alleinige Macht an sich gerissen zu haben: Heike Niemann erblickte zwar eine am Ortseingangsschild angenagelte Zipfelmütze. Aber bis in ihre Stadt-Information im Schloss drangen die Jecken nicht vor. Wahrscheinlich geriet das „Seeschlösschen“ von „Schmidti“ auf der anderen Seite des von kalten Winden flankierten Klosterdamms zur Dargun trennenden „Deathline“.

 

Widrige Temperaturen und Nieselregen ließen die Vereins-Narren wohl dort zu lange zur äußeren und inneren „Erwärmung“ Einkehr halten, vermuteten manche Karnevals-Abstinente Darguner.

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