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Das Kleinod unter großen Schätzen

Brigitte Ebert an ihrem Lieblingsplatz. [KT_CREDIT] FOTO: Iris Diessner
Brigitte Ebert an ihrem Lieblingsplatz. [KT_CREDIT] FOTO: Iris Diessner

VonIris Diessner

Eintauchen in die Geschichte Darguns kann man mit Stadtführerin Brigitte Ebert. Ihr Lieblingsplatz ist oft der Ausgangspunkt dieser Entdeckungsreise.

Dargun.Brigitte Ebert erbittet sich ein wenig Zeit auf die Frage nach ihrem Lieblingsplatz. Die Dargunerin liebt ihre Heimatstadt und deshalb sei es gar nicht so einfach, sich zu entscheiden, meint sie. Als ehrenamtliche Stadtführerin ist sie oft mit ganz unterschiedlichen Menschen in Dargun unterwegs. Sie freue sich über das Interesse, das ihrer kleinen Stadt mit den großen Schätzen entgegengebracht wird.
Ihr Lieblingsplatz sei aber eher ein Kleinod, meint sie. Der Mönchbrunnen auf dem Platz des Friedens. Er sei für sie mehr als nur ein Kunstwerk. „Ich finde ihn wunderbar gelungen“, macht sie noch heute dem Bildhauer Günter Kaden ein Kompliment. Aber der lustige Mönch, der so schön mit dem Wasser spielt, das der Fisch ihm bis vor die Füße spritzt, sei auch so etwas wie ein strategischer Mittelpunkt Darguns, meint Brigitte Ebert. Von hier aus könne man in die Geschichte Darguns eintauchen. Mit den Mönchen habe schließlich ein wichtiges Kapitel begonnen. Und so führe sie dann die Besucher in die imposante Kloster- und Schlossanlage.
„1979 hatten wir es geschafft, dass sie unter Denkmalschutz gestellt wurde“, berichtet die engagierte Frau. Wir, das seien engagierte Bürger der Stadt gewesen. Brigitte Ebert war damals Bibliothekarin in Dargun.
Das ist sie übrigens mit weiteren Mitstreitern noch heute, allerdings ehrenamtlich. Auch um das Archiv der Stadt kümmern sie sich. „Das ist gut aufbereitet, um auch mit Schülern hier zu arbeiten“, erzählt sie. Gerade den Jüngeren die Geschichte nahezubringen, das sei ihr ein großes Anliegen.
Und mit Schülern startet sie auch gern vom Mönchbrunnen aus in ein anderes Geschichtskapitel. Nämlich in die Zeit bevor die Mönche kamen. In der Nähe des späteren Dorfes Röcknitz gab es eine slawische Siedlung mit einer Fluchtburg. Die Überreste davon sind noch im Wald zu finden. So ein Ausflug in die Vergangenheit sei spannend und sie freue sich, wenn die Schüler das ebenso empfinden, sagt Brigitte Ebert.
Doch zurück zum Mönchbrunnen. Dass sie hier mit ihren Gästen sogar singt, darüber habe man anfangs in Dargun bestimmt den Kopf geschüttelt, schmunzelt die Stadtführerin. Aber für die Einweihung des Brunnens vor 15 Jahren habe der damalige Bürgermeister Dr. Hartmut Claassen eine Moritat gedichtet und diese dann auch vorgetragen. Mittlerweile gibt es ein kleines Heft mit dem Text und nach der Melodie von „Mariechen saß weinend im Garten“ ist jetzt so manches Mal die Geschichte der Stadt in Bänkelversen zu hören. „Ich krieg sie alle zum Singen“, behauptet Brigitte Ebert und lächelt dabei. Gesungenes Wort bleibe besser im Gedächtnis, sagt sie.
Wer mehr über ihre Heimatstadt erfahren möchte, kann sich schon jetzt auf das Buch freuen, was die elf Frauen vom Bibliotheksverein im August veröffentlichen. Alte Postkarten und neue Fotos werden dort gegenübergestellt und sollen davon zeugen, was die kleine Stadt so alles zu bieten hat.

Kontakt zur Autorin
i.diessner@nordkurier

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