
| Bundespolitik |
von Georg Wagner
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Als sich die treuen Anhänger der Bundeskanzlerin am Ende des Politischen Aschermittwochs in einem dicken Pulk um deren Tisch drängen, um ein Autogramm zu ergattern, kann Christina Henning schon locker und erleichtert durch den Saal schlendern. Denn sie hat, was viele der Besucher zu bekommen hoffen, wofür sie sich beim Einmarsch der Regierungschefin und des CDU-Landesvorsitzenden Lorenz Caffier am Absperrseil im Mittelgang drängeln ungeachtet versehentlicher Knüffe; das, wofür die Menge beim Ausmarsch das gleiche Risiko noch einmal auf sich nimmt; Christina Henning hat zu dem Zeitpunkt längst das, was Georg von Oltersdorff-Kalettka trotz der dichten Menschenmenge trickreich bekommen hat: Einen Händedruck von Angela Merkel. Und mehr als das.
Die 20-Jährige aus Wotenick ist amtierende Lichterfestkönigin. Als solche darf sie mit der Bundeskanzlerin auf der Bühne stehen und sie begrüßen. Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, gibt sie zu, als sich die Tennishalle vor Beginn der Veranstaltung füllt. Da sind die Plätze der Ehrengäste noch leer, doch die Lichterfestkönigin im gelben rückenfreien Abendkleid hat gemeinsam mit ihrem Mentor Harald Kreusel ihren Platz direkt vor der Bühne schon eingenommen.
Grüne Woche und dann Politischer Aschermittwoch mit Angela Merkel
Ein klein wenig blass wirkt sie, etwas nervös vor einem der größten Auftritte in ihrer Königinnen-Karriere. Die Grüne Woche im Januar und das jetzt, nickt sie, „das sind die Höhepunkte, ja.“ Angst zu stolpern auf dem Weg zur Bühne habe sie nicht. „Eher, dass ich mich verspreche oder so aufgeregt bin, dass ich etwas Falsches sage.“
Diese Sorge müsste sie nicht haben. Bisher ging noch alles gut bei ihren Vorgängerinnen und das Mikrofon am Rednerpult ist bei der Begrüßung ohnehin nicht eingeschaltet. Ganz abgesehen davon, dass da der Saal noch sichtlich in der Hochstimmung des Einmarsches der Kanzlerin steht, bei dem die immer wieder Hände schüttelte und natürlich bei Regina Nickel stehen blieb, um deren alljährlichen Blumenstrauß entgegenzunehmen. „Das hat schon Tradition“, sagt die Sanzkowerin und fügt, wohl nicht ganz ernst, hinzu: „Da wartet sie immer schon darauf.“ Gelbe Rosen mit purpurroten Einsprengsel am Grund des Kelches sind es in diesem Jahr, natürlich auch ein Händedruck und ein Begrüßungswort, bevor der „Triumphzug“ weitergeht zum abgesperrten Bereich für die Ehrengäste.
Rund 1500 Gäste, so die Schätzung von CDU-Landesgeschäftsführer Klaus-Dieter Götz, bereiten der Unionsspitze aus Land und Bund in der mit Teppichen ausgelegten Tennishalle einen begeisterten Empfang. Sie haben sich bereits in Stimmung gebracht mit Bier und Kassler, Matjes und Würstchen, vor allem aber mit der Barther Blasmusik und dem Rock von Petra Zieger. „Das ist toll mit ihr“, freut sich Elke Rohde, die als Ordnerin eingeteilt ist. „Das war ja unsere Jugendzeit.“ Und Petra Zieger hält nicht auf Abstand. Immer wieder mischt sie sich unters Publikum, bevor sie zu ihrem letzten Lied ansetzt: „Jetzt klatschen alle mit, der Song ist für die Chefin: Superfrau!“
Beifall für Merkels Rede fällt nicht so stark aus
Am Mitklatschen hapert es da allerdings noch etwas, so wie auch während Merkels Rede der Beifall nicht so stark ausfällt wie in manchen früheren Jahren. Knapp eine Dreiviertelstunde lang dauert sie, dann kommt gekürzt das Pommernlied, das Mecklenburger Lied und dann, von Vielen schon erwartet, die Chance für Autogrammjäger. Und Erleichterung für Christina Henning. Alles ist gut gegangen. „Ich bin zwar auf mein Kleid getreten, aber nicht gestolpert.“ Blumen überreichte sie und das Ehrengeschenk des Lichterfestvereins. Natürlich erhielt sie ein Dankeswort plus Händedruck. Wie stark? „Das weiß ich nicht. Ich bin erst später wieder zu mir gekommen.“
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