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Die Jugendliebe mit dem langen Zopf „eingefangen“

Erika und Georg Mohr halten eisern zusmmen. [KT_CREDIT] FOTO: Gräfe
Erika und Georg Mohr halten eisern zusmmen. [KT_CREDIT] FOTO: Gräfe

Neubauhof.Schon daheim im ostpreußischen Bürgersdorf hatte es dem Bauernsohn Georg Mohr ein bestimmtes Mädchen aus einem Nachbardorf im Kreis Wehlau angetan: Der lange dicke Zopf der Erika, doch nicht nur der, der lockte, lacht der heute 92-jährige in Erinnerung an jene friedlichen Jugendjahre noch daheim weit im Osten.
Die Folgen des Krieges ließen die beiden Familien „trecken“ in eine ungewisse Zukunft, westwärts, „ins Reich“ wie es damals hieß. Georg Mohr fand ein erstes Unterkommen in Remershof, unweit von Zarnekow, wo die Mohrs sich alle wieder sammelten. Und seine Jugendliebe Erika, die suchte und fand er in Waren. Flugs wurde sie geholt und 1948 geheiratet. Anfangs noch in Levin, ab 1950 in Neubauhof wohnte das Paar und übernahm dort eine Neubauernstelle.
Das weitere liest sich wie eine typische DDR-Biographie der Bewohner auf dem Land: In alter Bauerntradition bauten sich Mohrs ihre neue Wirtschaft auf, mit einem gesunden Viehbestand und eigenen zehn Hektar Land. Dann folgte die nicht freiwillige Kollektivierung. Die eigene Bauernwirtschaft wurde Teil einer LPG und Erika und Georg Mohr Genossenschaftsbauern – bis zur Rente. So manche Träne kommt der 85-jährigen beim Besinnen an jene für sie sehr schwere Zeit, als das freie Bauerntum einging.
Freude hingegen bereitete die wachsende Familie, welche sich jetzt zusammenfand. Die beiden Töchter und der Sohn gratulierten ihren „eisernen“ Eltern, die seit 65 Jahren gemeinsam alle Höhen und Tiefen ihres Lebens meistern.gg

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