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„Die unzähligen, wuseligen Radfahrer bringen manchmal etwas Hektik rein“

Als Lichterfestkönigin lernten sie vor fünf Jahren viele Menschen im Demminer Land kennen, jetzt wird Anne Gartzke im niederländischen Groningen als Stadtführerin bekannt. Mit ihr sprach Jan-Henry Wanink.

Anne, was hat dich zum Studium in die Niederlande geführt?
Nach meiner Ausbildung in Schwerin bin ich für ein Jahr als Au-Pair nach England. Dort kam bei mir der Wunsch auf, Politikwissenschaften und Geschichte am liebsten auf Englisch zu studieren. Also machte ich mich dort schlau und entdeckte, dass viele Engländer in Holland studieren, da hier die Studiengebühren sehr viel niedriger sind. Und so landete ich beim Studiengang American Studies in Groningen...

Was fällt dir als Deutsche an den Niederländern besonders auf?
Erst einmal, dass fast alles mit dem Fahrrad erledigt wird. Die „fiets“ ist die heilige Kuh der Holländer. Und sie sind in vielerlei Hinsicht entspannter als die Deutschen. Beim Organisieren geht alles sehr flexibel zu, man guckt halt eher, wie sich etwas entwickelt und passt dann die Pläne daraufhin an. Und sie haben einen sehr ausgeprägten, eigenen Humor. Manchmal kriegt man nicht immer mit, dass das jetzt gerade ein Witz war, bis man es dann erklärt bekommt. Es wird halt viel gelacht!

Jetzt bist du auch Stadtführerin in Groningen. Was ist denn dein Geheimtipp?
Mir gefällt am meisten der Noorderplantsoen, ein idyllischer Park inmitten der letzten Reste der alten Festungsanlagen. Eine ruhige, schöne Oase. Obwohl man sagen muss, dass Groningen überhaupt eine entspannte Stadt ist. Nur die unzähligen, wuseligen Radfahrer bringen manchmal etwas Hektik rein. Ansonsten gefällt mir vor allem das typisch niederländische Stadtbild mit den Grachten, Schiffen und Hausbooten.

Am 30. April bekommen die Niederländer einen neuen König - hast du schon etwas vom „Oranjegefühl“ bemerkt?
Die meisten Holländer, die ich kenne, freuen sich auf die Feierlichkeiten und stehen dem Königshaus durchaus positiv gegenüber, auf eine entspannte Art und Weise. Von manchen Freunden höre ich aber auch kritische Stimmen, dass der zukünftige König den Steuerzahler zu viel Geld koste und er selbst auch Steuern zahlen solle.

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