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Drehleiter-Antrag: Freundin sagt Ja zu Sprung ins Eheglück

Die Schönfelder Feuerwehr demonstrierte, wie ein brennendes Auto gelöscht wird. Viele Schönfelder wollten sich das Schauspiel nicht entgehen lassen. [KT_CREDIT] FOTOs: Kirsten Gehrke
Die Schönfelder Feuerwehr demonstrierte, wie ein brennendes Auto gelöscht wird. Viele Schönfelder wollten sich das Schauspiel nicht entgehen lassen. [KT_CREDIT] FOTOs: Kirsten Gehrke

VonKirsten Gehrke

Der Festumzug mit Musikern im Frack war nicht die einzige Überraschung, die die Schönfelder zum Feuerwehr-Geburtstag erlebten. Sie wurden auch Zeugen eines Heiratsantrags.

Schönfeld.Dieses Feuerwehrfest in Schönfeld wird Pamela Hellfeldt so schnell nicht vergessen. Von der Drehleiter aus machte ihr Schatz Christian Göthe ihr einen Heiratsantrag. Der Schönfelder Feuerwehrmann ließ am Sonnabend ein Transparent hinunter und fragte seine Auserwählte, ob sie seine Frau werden möchte. Das alles vor vollem Festplatz, denn die Wehr im Dorf feierte ihren 90. Geburtstag, und deshalb waren viele Leute auf den Beinen. Pamela Hellfeldt hat Ja gesagt. Also darf sich Schönfeld bald auf eine traumhafte Hochzeit freuen.
Bevor Christian Göthe seine Freundin überraschte, führte er zunächst den Festumzug durchs Dorf an, mit nostalgischem Fahrrad und in historischer Kluft. Die Klenzer Blasmusikanten gaben den Takt an, Kinder trugen Blumenstöcke, die Feuerwehr-Kameraden marschierten in Uniform, bis danach eine ganze Palette Technik folgte. Da präsentierten sich die Schönfelder nicht allein, sondern sie erhielten auch Verstärkung aus Sommersdorf, Demmin, Sarow, Verchen, Pentz, Meesiger, Alvesloe (Schleswig-Holstein) von der Partnerwehr sowie von der Berufsfeuerwehr aus Utzedel. Landwirte aus Meesiger und Schönfeld zogen mit alten Traktoren am Ende mit.
Leute am Straßenrand winkten den Teilnehmern des Zuges zu, der am Feuerwehrhaus gestartet war und dort auch wieder endete.
Viel ist in der Chronik des Dorfes nicht über die Feuerwehr zu finden. Man weiß aber, dass im Juni 1923 Freiwillige namens Dassow, Kastorf, Baresel, Voß, Kluth und Reppenhagen die Feuerwehr gegründet haben. 20 aktive Mitglieder seien damals beigetreten, der Gutsbesitzer habe östlich von seinem Gutshaus ein Baugelände für ein Spritzenhaus zur Verfügung gestellt. Zur ersten Ausrüstung gehörten vier Steigerhaken, drei Leitern und zwei Feuerhaken, Eimer und Wasserfässer, danach sei eine vom Pferd gezogene Handfeuerspritze gefolgt.
Heute ist die Wehr modern ausgerüstet. Wie, das demonstrierte sie den Festbesuchern. Bei einer Übung zeigten die Kameraden spektakulär, wie sie ein brennendes Auto löschen – mit sogenannten Hohlstrahlrohren. Etwa 1200 Liter Wasser brauchten sie dafür aus dem Tanklöschfahrzeug. Hannes Richter und Christian Göthe konnten sich dem Brand nur mit Atemschutzgeräten nähern. „Insgesamt haben wir vier Atemschutzträger“, sagte Wehrführer Frank Richter, darunter sei sogar eine Frau, die 25-jährige Fanny Mayer.
Die Beobachter am Rande schenkten den Kameraden eine Menge Applaus, und auch Zaungäste waren unfreiwillig Zeugen der Übung. Denn die Straße nach Verchen musste für die Löscharbeiten gesperrt werden. Da staute es sich am Dorfeingang.
Unterdessen wollten die Schönfelder eine Tradition im Amtsbereich Demmin-Land fortsetzen, sie richteten nach einem Jahr Pause wieder einen Amtsausscheid aus. Acht Männermannschaften, ein Frauen-Team und drei Jugendwehren wagten sich auf die Strecke zum Löschangriff und ans Knotenbinden. Bei den Männern setzte sich Sternfeld durch, wie auch die einzige Frauenmannschaft von dort. Bei der Jugend hatte Kletzin die Nase vorn im Vergleich mit Pentz-Gnevezow und Sternfeld.

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k.gehrke@nordkurier.de

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