Nordkurier.de

Ein weicher Klang schallt vom Turm

Passend zum Anlass begleitete die Indienststellung der neuen Kletziner Glocken ein Carillon.  FOTO: Georg Wagner
Passend zum Anlass begleitete die Indienststellung der neuen Kletziner Glocken ein Carillon. FOTO: Georg Wagner

Kletzin.Um 14.43 Uhr hielt es Detlef Klietz nicht mehr in der Kirche. Immer wieder ging der Kletziner Bürgermeister vor die Tür, lauschte draußen, kam zurück, lauschte drinnen. Denn um diese Zeit am Sonntag begann das, woran sein Herz hängt: das Läuten der neuen Glocken. Zunächst die in E gestimmte Kleine, dann setzte die große in Cis ein. „Weich klingen sie“, freute sich Klietz.
Nur ein Jahr lang hatte es gedauert, bis Kletzin sein neues Geläut anstelle des alten, aus Sicherheitsgründen stillgelegt hatte. Detlef Klietz hätte es gern schneller geschafft, doch Propst Gerd Panknin fand den Zeitraum eher kurz. „Mächtig gewaltig“, sagte er anerkennend.
Panknin hielt bei dem von Pastor Andreas Zander zelebrierten Festgottesdienst am Sonntag die Predigt und verwies darin auf die Bedeutung von Glocken. „Sie begleiten den Menschen von der Geburt bis in den Tod und ihr Ruf reicht bis in die Ewigkeit“, sagte er in der voll besetzten Kirche.
80 Jahre lang hatten die ersten bronzenen Glocken geläutet, bis sie im Ersten Weltkrieg für die Rüstungsproduktion eingeschmolzen wurden. Zehn Jahre lang blieb das Dorf ohne Glocken. Erst 1927 kamen neue aus Stahl in den Turm. „Sie läuteten wieder gut 80 Jahre lang“, blickte Panknin zurück; in Krisenzeiten, im Krieg, in den schweren Nachkriegsjahren. Seit 1945 herrsche nun Frieden. „Gott sei’s gedankt“, so Panknin. Er sagte das auch mit Blick auf die Glocken. Denn deren Lied greife die Weihnachtsbotschaft aus dem Lukas-Evangelium auf: „Ehre sei Gott in der Höhe“ die Kleine und „Friede auf Erden“ die Große.gwa

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×