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Erst der Turm, nun die Orgel

Nossendorf.Hans-Jürgen Syberberg lässt nicht locker. Seit die Heilung des verwundeten Kirchturms gelungen ist, arbeitet der heimgekehrte Nossendorfer an der nächsten Reanimation: Nun soll das alte Gotteshaus seines Heimatdorfes auch wieder eine Orgel haben. Zu Weihnachten noch ließ sich die Spendenkasse mit gutem Willen halbvoll nennen, zu Ostern erreichte Syberberg frohe Kunde: Ein Spender aus dem Oldenburgischen will für den großen Rest aufkommen. „Das heißt, wir können uns jetzt ans Werk machen und eine alte neue Orgel in die Nossendorfer Kirche einbauen lassen“, sagt der 77-Jährige erfreut. Ein Instrument ist bereits auserkoren: die ausrangierte Kirchenorgel aus Alt Gaarz in der Nähe von Waren. „Es ist wie die frühere Nossendorfer ein Instrument des Orgelbauers Carl August Buchholz, sie wurde im 19. Jahrhundert gebaut und passt so von ihrem Charakter“, sagt Syberberg. Sie sei allerdings stark sanierungsbedürftig und im gegenwärtigen Zustand nicht mehr spielbar. Ein Orgelrestaurator aus Rostock soll sich jetzt mit der Wiederbelebung der Kirchenorgel beschäftigen - eine Arbeit, die wohl etwas teurer wird als jener Preis, für den die Alt Gaarzer Kirchgemeinde das Instrument 1895 gekauft hatte: Ganze 250 Mark waren damals fällig.
Von der einstigen Nossendorfer Orgel, der letzten übrigens im Schaffen des berühmten Klangmachers Buchholz, ist nur noch eine einzige, etwa 30 Zentimeter lange Pfeife erhalten. Alles andere verschwand 1945 spurlos.tp

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