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„Für gute Arbeit gibt es gutes Geld“

Mit seinen 52 Jahren ist Olaf Kukuk froh, dass er jetzt wieder Arbeit hat.  FOTO: Jana Otto
Mit seinen 52 Jahren ist Olaf Kukuk froh, dass er jetzt wieder Arbeit hat. FOTO: Jana Otto

VonJana Otto

Ältere Arbeitnehmer haben es oft nicht leicht, wieder in Lohn und Brot zu kommen. Dem 52-jährigen Olaf Kukuk ist das geglückt.

Drönnewitz.„Ich bin froh, dass ich hier Arbeit habe. Sonst sähe es wohl schlecht aus“, meint Olaf Kukuk. Gerade erst ist er von einem Dach in Zachariae gestiegen, die Frühstückspause naht. Olaf Kukuk ist gelernter Tiefbauer, doch jetzt verbringt er die meiste Zeit auf dem anderen Ende. „Das macht mir Spaß, ich mache den Job gern“, sagt er zufrieden.
Mit seinen 52 Jahren kennt er auch andere Zeiten. Bevor Olaf Kukuk wieder in Arbeit kam, war er längere Zeit zu Hause und qualifizierte sich währenddessen in dem Projekt Job-Direkt-100, einer gemeinsamen Initiative des Jobcenters Demmin und des Bildungszentrums für Marktwirtschaft und Datenverarbeitung (BMD). Sein heutiger Chef, Dachdeckermeister Martin Graf, gab ihm eine neue Chance.
Graf hat sich erst im März diesen Jahres selbstständig gemacht und die Firma sowie auch Mitarbeiter von Dieter Paczkowski übernommen. Einer von ihnen ist Olaf Kukuk. „Ich hatte mich zuvor bei den Kollegen umgehört und gefragt, wie er sich auf den Baustellen macht. Die Resonanz war durchweg positiv“, schildert Martin Graf. Deshalb stellte er Olaf Kukuk als Dachdecker ein. Und er hat es bislang nicht bereut. Neben seiner Zuverlässigkeit lobt Graf auch die Teamfähigkeit seines Mitarbeiters. „Es muss alles Hand in Hand laufen und jeder muss wissen, was als nächstes zu tun ist“, erläutert der Unternehmer.
Viel Zeit bleibt nicht, denn die Auftragsbücher sind gut gefüllt und das, obwohl Graf beim „Preisdumping“ nicht mitmacht, wie er selber sagt. „Für gute Arbeit gibt es gutes Geld, auch für die Mitarbeiter“, meint der 39-Jährige. Davon habe er als Unternehmer schließlich auch etwas. „Die Leute sind besser motiviert und man kann sich auf sie verlassen.“
Auf die ersten drei Monaten seiner Selbstständigkeit schaut Martin Graf nicht ohne Stolz zurück. Es habe sich alles gut eingespielt, zudem hätten seine Kunden eine gute Zahlungsmoral, beglichen die Rechnungen sehr pünktlich. „Das ist enorm wichtig für eine Existenzgründer.“ Nicht unerheblich sei, dass sowohl er als auch seine Mitarbeiter die Baustellen täglich anfahren können, sie sind quasi um den Kirchturm herum. „Solange wie es hier Arbeit gibt und wir unser Geld verdienen können, bleiben wir auch hier“, sagt Martin Graf. Auch wenn das bedeutet, dass er sich dem Markt anpassen muss, was beispielsweise das Material angeht. Denn der Dachdeckermeister hat vieles gelernt, was jedoch in der Region kaum nachgefragt werde. „Ornament-Schiefer oder Biberschwanz-Ziegel will hier keiner. Wenn ich das anbieten möchte, dann muss ich weit fahren“, sagt Martin Graf.
Olaf Kukuk indes hofft, dass er noch ein paar Jahre in der Firma bleiben kann. „Ich glaube, dass dann bald das Alter dran ist, wo es nicht mehr so geht.“

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