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Glendelin hilft beim Nisten

Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Dieser Storch hat sich Glendelin als Sommerresidenz erwählt, auch wenn ein Horst fehlte. Dank aufmerksamer Nachbarn wurde schnell Abhilfe geschaffen.[KT_CREDIT] FOTO: Jana Otto
Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Dieser Storch hat sich Glendelin als Sommerresidenz erwählt, auch wenn ein Horst fehlte. Dank aufmerksamer Nachbarn wurde schnell Abhilfe geschaffen.[KT_CREDIT] FOTO: Jana Otto

VonJana Otto

47 Storchenpaare haben sich in der Region niedergelassen. Ein Adebar entschied sich für ein Dorf, wo sich bis dato noch nie ein Storch ansiedeln wollte.

Demmin.Viel Wiesen drumherum und die Konkurrenz weit weg, das muss dem Storch wohl gefallen haben, als er in diesem Frühjahr zielstrebig Glendelin anflog. Noch nie habe es hier einen Adebar hergezogen, schildert Liane Janssen, die das Schauspiel beobachtete. Deshalb gab es auch keinen Horst für den Storch. Der allerdings machte sich daraus nichts und entschied sich dafür, einfach auf einem Strommast sein Nest zu bauen. Mühsam schleppte er Nistmaterial heran und machte damit deutlich, dass er es wirklich ernst meint. Beherzt griffen die Anwohner ein und suchten Rat beim Storchenexperten der Region, Friedhelm Ziemann. „Dem Energieversorger war der aktive Storch auch schon aufgefallen“, meint Friedhelm Ziemann. Kurzerhand organisierte er einen Storchenkorb, brachte ihn nach Glendelin und setzte ihn mit Hilfe des Energieversorgers auf einen Mast. Es dauerte nicht lange und der Adebar akzeptierte die Hilfe, er ließ sich nieder. Sehr zur Freude der Glendeliner gesellte sich auch eine Dame zu ihm, so dass es in dem kleinen Dorf nun ein richtiges Storchenpaar gibt. Ob die beiden allerdings in diesem Jahr schon Nachwuchs hervorbringen, bleibt abzuwarten. „Die jungen Störche brauchen so vier bis fünf Jahre, bis sie das erste Mal erfolgreich brüten“, erklärt Friedhelm Ziemann. Er beobachtet die Horste in der Region ganz genau und ist bislang zufrieden mit dem Verlauf der Storchensaison. „Wir haben 47 Paare gezählt, das ist ähnlich wie im vergangenen Jahr.“ Und das obwohl viele der Weißstörche in diesem Jahr angesichts des langen Winters erst spät in die Region kamen. Ganz vereinzelt kamen einige Ende März, dann passierte erst einmal wenig. Der große Einflug begann dann Mitte April und ein paar Nachzügler ließen sich bis zum 20. April Zeit. Um die verlorenen Tage schnell wieder wettzumachen, legten die Zugvögel gleich los und begannen zu brüten, so dass jetzt schon viele Junge geschlüpft sind.
Friedhelm Ziemann freut sich, dass einige Horste, die lange Jahre verwaist waren, wieder besetzt sind. Darunter das Storchennest in Pustow, Lindenhof und Sanzkow. Auch in Demmin haben sich wieder zwei Storchenpaare niedergelassen. Während in Nossendorf ein neuer Mast gebaut wurde, fanden sich für Gehmkow und Gnevezow keine Sommergäste.

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j.otto@nordkurier.de

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