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Granate auf Rücksitz transportiert

Philippshof/Demmin.Als die Spätschicht der Demminer Polizei am Dienstag ihren Dienst beendete, hatte mancher Beamte Grund zur Erleichterung. Denn hinter ihnen lag „brisante“ Arbeit. Laut Polizeiinspektion Neubrandenburg wollte gegen 20.30 Uhr ein 41-jähriger Alt Kentzliner eine „Fundsache“ aus dem Wald bei Philippshof abgeben. Was er auf dem Rücksitz hatte, ließ die Beamten staunen: eine etwa
60 Zentimeter lange Granate. Glücklicherweise fiel der Fund nicht so explosiv aus, wie es schien. Der Munitionsbergungsdienst stellte fest, dass es sich um eine Übungsgranate eines Flugabwehrgeschützes der NVA handelte. Der Mann habe sie mitgenommen, weil er im Wald kein Telefon hatte, um die Polizei zu verständigen, hieß es.
Von einem derartigen Vorgehen rät nicht nur die Polizei, sondern auch der Munitionsbergungsdienst dringend ab. „Ich sage da jedem Finder: Finger weg“, appelliert dessen stellvertretender Leiter, Torsten Hauk. Denn was immer nach Munition aussieht, stellt zunächst einmal eine Gefahr dar. „Es könnten ja scharfe Sachen sein.“ Gleichgültig, ob es sich um explosive Stoffe handelt oder nur um ähnlich aussehende, verrostete Metallgegenstände, beim Verdacht solle man die Stelle kennzeichnen und die Polizei rufen. „Sie weiß, wie sie uns erreicht.“ Dabei brauchen Bürger nicht zu befürchten, dass sie im Fall eines blinden Alarms zur Kasse gebeten werden. „Auch wenn es sich nur um einen Verdacht handelt, geht es um eine Gefahrenabwehr“, sagt Hauk. „Dafür trägt das Land die Kosten.“ Etwa 400 Mal im Jahr rücke der Bergungsdienst aus, weil Bürger derartige Gegenstände finden.gwa

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