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Große Steine, kleine Steine: Eiszeit lässt grüßen

Loitz/Demmin.Eigentlich ist das Demminer Land eine steinreiche Gegend: Reichlich Granit und Gneis hat die Eiszeit zu uns herübergeschleift aus jener Gegend, die heute Skandinavien heißt. Wo die größten dieser Brocken liegen, lässt sich im neuen Heft der Schriftenreihe „Grenzregion zwischen Pommern und Mecklenburg“ nachlesen, herausgegeben vom Förderverein des Regionalmuseums: Autor Mike Hartmann hat dort zum Steinreich-Thema einen interessanten Text verfasst.
Dass der Große Stein auf dem Klosterberg bei Altentreptow mit stolzen 133 Kubikmetern nicht nur der „Fat Man“ unter den hiesigen Findlingen ist, sondern sogar als größtes „Geschiebe“ auf dem Festland Mecklenburg-Vorpommern gilt, mag noch als regionales Allgemeinwissen durchgehen. Doch den Schusterstein bei Rosemarsow, 45 Kubikmeter Granit, kennt vermutlich schon nicht jeder. Und allein entlang der diversen „Teufelssteine“ ließe sich gut und gern eine Findlings-Wanderroute durch das Demminer Land einrichten.
Unterm Strich hat Mike Hartmann erneut ein lesenswertes Stück Heimatkunde zu Papier gebracht, vervollständigt durch Episoden wie etwa der zeitweiligen Umbenennung des Klosterberg-Findlings zu Ehren Bismarcks und dem geologischen Kurzporträt eines weiteren Eiszeitrelikts in der hiesigen Landschaft, den sogenannten Os-Zügen.
In einem zweiten Text nimmt der Heimatkundler seine Leser mit auf eine Exkursion zu den imposanten Großsteingräbern am Flüsschen Schwinge nördlich von Loitz.
Etwas schwerere Kost liefert der zweite Beitrag der Schriftenreihe, verfasst von Robert Oldach. Unter dem Schlachtruf „Gott gebe ihnen Glück, Segen und Sieg“ zieht der Autor retrospektiv in den Siebenjährigen Krieg, um zu beleuchten, wie sich der Einmarsch der Schweden auf das Leben im stillen Vorpommern auswirkte. Und die Loitzer hatten nicht alle Tage was zu lachen mit ihren fremden Soldaten, soviel geht aus dem Tageregister der Kleinstadt hervor. Leider ist das alles etwas beschwerlich zu lesen, weil im Originaltext gehalten: „Vor 2 Nachten die Schildwacht vorm Rathause unseren Nachtwächter Palm erbermlich mit der Flinten geschlagen, dass er zur Boden gestürtzet.“ Arme Loitzer.
Das neue Heft gibt‘s in der Buchhandlung Steinke.tp

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