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Gut „getarnt“ gehts ins Tote Meer

Vor dem Band im Toten Meer rieben sich die Demminer Schülerinnen mit Schlamm am Ufer ein. Die Reise nach Israel geht zu Ende.  FOTO: Kathrin Werner
Vor dem Band im Toten Meer rieben sich die Demminer Schülerinnen mit Schlamm am Ufer ein. Die Reise nach Israel geht zu Ende. FOTO: Kathrin Werner

VonKathrin Werner

Im Rahmen des Hanning-Schröder-Projektes weilen Schüler des Demminer Gymnasiums in Israel. Von ihrer Reise berichten sie in loser Folge:

Demmin/Haifa.Das gemeinsame Konzert der israelischen und deutschen Schülern mit Musik Hanning Schröders war ein Erfolg. Zu Beginn der Veranstaltung berichtete Frau Hertling aus dem Leben und Wirken ihres Vaters. Alle Schüler waren sichtlich beeindruckt, eine Zeitzeugin zu erleben, die auf Englisch über die außergewöhnlichen Erfahrungen und Taten ihrer Eltern erzählte. Die Israelis präsentierten die ersten zwei Sätze eines Instrumentalwerks Schröders für Streicher und Schlagzeug. Der Demminer Kammerchor sang vierstimmig das von Schröder komponierte „Abendlied“, welches als Handschrift von Frau Pulkenat aus Dargun zur Verfügung gestellt wurde. Frau Hertling war sichtlich gerührt, denn dieses Abendlied wurde während ihrer Zeit in Dargun oft gesungen. Es ist anzunehmen, dass dieses Stück noch gar nicht im Werkeverzeichnis Schröders enthalten ist. Auch die Volksliedbearbeitungen, die die Demminer Schüler dem Publikum boten, wurden mit herzlichem Applaus gewürdigt. Die israelischen Schüler nutzten den Rahmen der Veranstaltung, um ihren Gästen auch weitere Proben ihres Könnens darzubieten. Im Musikunterricht erarbeiten sie Ausschnitte aus "Figaros Hochzeit" und sangen in wechselnder Besetzung die Arien in bemerkenswerter Qualität. Sehr begeistert wurde eine Improvisation für zwei Gitarren und ein Cajon aufgenommen, die von zwei israelischen Jungen und ihrem "Gastbruder" Malte Krüger vorgestellt wurde. Den Abschluss des Konzertes bildeten Lieder auf Hebräisch bzw. Jiddisch, die durch den israelischen Schulchor und den Demminer Schülern präsentiert wurden.
Der Abschied am nächsten Morgen kam viel zu schnell und es gab auch Tränen. Es sind in der kurzen, aber intensiv erlebten Zeit in den Gastfamilien wirklich Freundschaften entstanden. Alle freuen sich auf den August, wenn die Israelis in Demmin sind.
Mit drei Mietautos ging es dann los, durch das Jordantal in Richtung Totes Meer, der letzten Station unserer Reise. Der Wechsel vom Grün des Küstenstreifens zum Wüstengebiet war wirklich krass. Bizarre Felsformationen fesselten die Blicke immer wieder. Endlich war das Tote Meer zu sehen, unerwartet blau. In En Gedi erwartete uns ein Youth-Hostel in angenehm hohen Standard. Vor wenigen Jahren lag es noch unmittelbar am Strand. Der Wasserspiegel des Toten Meeres sinkt jedoch von Jahr zu Jahr, weil der Jordan und die Quellen der umgebenden Berge den wachsenden Trinkwasserbedarf Israels mit decken müssen. Der Donnerstag begann sehr, sehr früh - Treff um 5 Uhr an den Autos. In völliger Dunkelheit fuhren wir zum nahegelegenen Nationalpark, um in der Dämmerung den Tafelberg der ehemals jüdischen Festung Masada zu erklimmen. Auf dem „Snake Path“ waren 350 Höhenmeter zu überwinden. Nicht alle hatten die Kondition, rechtzeitig zum Sonnenaufgang oben zu sein. Es war ein unbeschreiblich schön, die Sonne schnell über dem Grat des gegenüberliegenden Felsmassivs auf jordanischer Seite aufgehen zu sehen. Die Ruinen der Festung sind recht gut restauriert und touristisch erschlossen und man kann die Geschichte dieses oft umkämpften Ortes gut nachvollziehen.
Nach dem Frühstück kam die nächste sportliche Herausforderung des Tages: die Wanderung im Wadi Arugot. Warum wir die Badesachen mitnehmen sollten, wurde schnell klar - viele Quellen des Schichtenwassers bilden Wasserfälle und malerisch schöne kleine Teiche, in denen man sich abkühlen konnte. Die Lebensfeindlichkeit der Region wurde noch einmal deutlich sichtbar: unmittelbar neben dem Wasser mit üppigen Pflanzen aller Art nur noch staubtrockener Fels. Von den wenigen wilden Tieren, die mit diesem Klima zurechtkommen, sahen wir einige Klippschliefer und Steinböcke. Ein abendliches Bad im Toten Meer beendete unseren vorletzten Tag in Israel. Am Donnerstag verließen wir En Gedi, statteten dem Kibbutz gleichen Namens mit einem botanischen Garten einen Besuch ab.
Dr. Kathrin Werner ist Projektleiterin.

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