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Hier gibt es Hilfe für einen gelungenen Neustart im Job

VonJana Otto

Manchmal braucht es nur den ersten Schritt, um den Weg dann alleine zu gehen. Unterstützung bekommen Alleinerziehende dabei vom Jobcenter.

Demmin.Nach dem Erziehungsurlaub im Job wieder Fuß zu fassen, gestaltet sich vor allem für Alleinerziehende oftmals schwierig. Doch sie sind mit ihren Sorgen nicht allein. Kerstin Kruse kümmert sich im Jobcenter Demmin um Frauen und auch Männer, die nach einer kinderbedingten Auszeit wieder arbeiten möchten. Als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsplatz begleitet sie die Betroffenen auf dem Weg in den Job. „Das ist notwendig, weil viele Menschen eine besondere Hilfe und Unterstützung brauchen und manchmal nicht so recht wissen, wie es alleine mit Kind weitergehen kann“, erläutert Kerstin Kruse. Das sei noch immer ein großes Thema, das besondere Beachtung verdiene.
Alleine im März waren im Bereich des Jobcenters Demmin 1900 Frauen arbeitslos gemeldet, 405 von ihnen sind alleinerziehend, 403 gelten als potenzielle Berufsrückkehrerinnen. „Das sind vor allem Frauen, die nach der Pflege eines Angehörigen oder nach der Familienzeit wieder arbeiten möchten“, schildert die Fachfrau. Kerstin Kruse bietet dann neben einer sozialen Betreuung ganz praktische Hilfe. Sie kümmert sich beispielsweise darum, dass ein Kita-Platz gefunden wird oder bei Bedarf ein Schulabschluss nachgeholt werden kann. Mitunter fehle den Frauen aber auch die vom Arbeitgeber oft geforderte Berufserfahrung. Dafür hat Kerstin Kruse Lösungen parat. „Es ist möglich, dass die Frauen dann beispielsweise ein Praktikum machen und sich darin beweisen können.“ Meistens reicht es, wenn sie mit den Betroffenen die ersten Schritte geht, danach läuft es in der Regel von selbst.
An Grenzen stößt Kerstin Kruse manchmal, wenn alleinerziehende Frauen und auch Männer aufgrund ihres Jobs Kinder in Randzeiten betreuen lassen müssen. „So was fehlt in unserer Region. Deshalb ist es wichtig, hier abzuklären, inwieweit das familiäre Umfeld miteinbezogen werden kann.“ Neben dieser individuellen Betreuung liefen seit 2005 eine Reihe von Projekten, die sich vornehmlich um die Belange Alleinerziehender drehen. So gab es in Demmin das Projekt „Gute Arbeit für Alleinerziehende“ mit 60 Teilnehmern. Ähnlich gut angenommen wurde die „Zukunftsbrücke“ im Bereich Malchin, die auch in Altentreptow lief. „Sie alle haben das Ziel, den Integrationsprozess unter Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern“, schildert Kerstin Kruse. Ihr Aufgabenfeld umfasst allerdings noch viel mehr. So kümmert sich Kerstin Kruse auch um die Frauen- und Männerförderung, beispielsweise wenn jemand in eine sonst fürs andere Geschlecht typische Branche einsteigen möchte. Malerinnen oder Kfz-Mechatronikerinnen half sie dadurch schon weiter.
Bei all ihren Bemühungen ist Kerstin Kruse immer auch auf Unterstützung angewiesen. Ob Unternehmen, Verbände, Kammern, Vereine oder Initiativen – ein großes Netzwerk, das gepflegt werden muss, ist ihr bei der alltäglichen Arbeit eine große Stütze. Und immer wieder stellen sich Erfolgserlebnisse ein. „Es ist toll zu sehen, wie die Menschen sich weiterentwickeln.“

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j.otto@nordkurier.de

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