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Hier wird das Komasaufen zum preisgekrönten Thema

Elisa Taube, Hanna Schwarz, Maria Breitsprecher und Lisa Marie Rozok (von links) haben die Jury mit ihrem Plakat gegen das Komasaufen überzeugt. Die Gymnasiastinnen erhielten jetzt ihren Preis.  FOTO: Kirsten Gehrke
Elisa Taube, Hanna Schwarz, Maria Breitsprecher und Lisa Marie Rozok (von links) haben die Jury mit ihrem Plakat gegen das Komasaufen überzeugt. Die Gymnasiastinnen erhielten jetzt ihren Preis. FOTO: Kirsten Gehrke

VonKirsten Gehrke

Blaue Männchen, die an der Flasche hängen: Mit der künstlerischen Umsetzung einer Plakat-Idee setzen Gymnasiastinnen aus Demmin ein Zeichen gegen Alkoholmissbrauch und werden dafür belohnt.

Demmin.Die Wirkung von Alkohol haben sie schon kennengelernt. „Bei der Jugendweihe haben wir das erste Mal die Erfahrung damit gemacht“, gibt Lisa Marie Rozok zu und spricht auch für die anderen in der Gruppe. Aber Komasaufen? Soweit würde sie es nicht kommen lassen. Mit dem Thema hat sie sich auseinandergesetzt, weiß, wie Alkohol den Körper schädigt. Beim Plakatwettbewerb „Bunt statt blau“ der Krankenkasse DAK haben sie sowie Elisa Taube, Hanna Schwarz und Maria Breitsprecher ihre Gedanken zum Thema künstlerisch zusammen umgesetzt.
Mit ihrem Werk gewannen die Schülerinnen der 8 b des Demminer Goethegymnasiums den 3. Platz im Landeswettbewerb. Der Kontrast in den Farben ist deutlich. Blaue Männchen halten sich an einer Flasche fest, heben das Bierglas, sinken in sich zusammen. Auf der anderen Seite fröhliche Figuren, die nicht im Alkohol versunken sind. „Wir wollten es menschlich darstellen“, erklärt Elisa. Bewusst anonym sollte es sein. Zuerst haben die vier Mädchen eigene Entwürfe erstellt, die besten Ideen kamen dann aufs Plakat. Mit fünf Gruppen beteiligten sich die Achtklässler sowie die 9 a des Gymnasiums an diesem Wettbewerb. Robert Drews, Leiter des Servicezentrums der DAK Greifswald, lobt das Engagement der Kunstlehrerinnen Jana Balje und Anne-Kathrin Sommer. Es sei schwierig, immer Lehrer zu motivieren. Dabei sei das Thema „Komasaufen“ ein sehr wichtiges.
Die DAK hatte die Präventionskampagne gegen Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen im Jahr 2000 bundesweit gestartet. Damals war die Zahl der „Komasäufer“ stark gestiegen. Und Demmin sei in der Region Spitzenreiter gewesen. Inzwischen würden die Zahlen leicht zurückgehen, aber immer noch werde Alkohol in der Gesellschaft verharmlost. Auf der einen Seite sinken die Fälle, die im Krankenhaus landen, auf der anderen Seite seien im vergangenen Monat gerade erst wieder zwei 18-Jährige in der Region unter Alkohol im Straßenverkehr ums Leben gekommen, so Drews. 2011 seien im Kreis Seenplatte 47 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung in die Klinik gekommen.
Zufriedenstellend sei das nicht. „Für viele gehört Alkohol leider zum guten Ton“, erklärt Drews. Grenzen aufgezeigt würden nicht. Es sei indes beeindruckend, wie kreativ und plakativ die Jugendlichen beim Thema Alkoholmissbrauch selbst Farbe bekennen. „Die Plakate zeigen auf einen Blick, wie gefährlich das Rauschtrinken werden kann, ein Bild sagt da mehr als tausend Worte.“
Mit der Aktion werde nicht der erhobene Zeigefinger gehoben. Wie Anne-Kathrin Sommer sagt, haben sich die Schüler auch damit beschäftigt, warum jemand alkoholsüchtig wird. Bewusst hätten sich die Schüler mit Extremfällen auseinandergesetzt, ergänzt Jana Balje.

Kontakt zur Autorin
k.gehrke@nordkurier.de

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