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In der Klinik gibt’s jetzt Himmelbetten

Katja Kukla hebt ihre kleine Lea Sophie aus dem Himmelbett, ohne dabei aufstehen zu müssen. [KT_CREDIT] FOTO: Gudrun Herzberg
Katja Kukla hebt ihre kleine Lea Sophie aus dem Himmelbett, ohne dabei aufstehen zu müssen. [KT_CREDIT] FOTO: Gudrun Herzberg

VonGudrun Herzberg

„Babyfreundliches Krankenhaus“ – dieser Initiative der WHO und Unicef hat sich auch
die Demminer Klinik angeschlossen. Seit einiger Zeit schlafen die Kleinen
gut behütet direkt neben
der Mutter.

Demmin/Jarmen/Loitz.Ein weißer Schleier hüllt das hölzerne Bettchen nahezu ein. Geschützt liegt Lea Sophie darin und ihre Mutter Katja kann von ihrem Bett aus die Kleine schnell zu sich rüber holen. „Das ist schon eine tolle Sache, sonst müsste man immer aufstehen, um besonders nachts die Kleine zum Stillen zu holen“, sagt Katja Kukla aus Demmin. Für sie sei es noch etwas schwierig mit dem Aufstehen nach einem Kaiserschnitt. Sie findet die neuen Babybetten im Demminer Kreiskrankenhaus ganz toll. Sonst lagen die Kleinen in den Glaskästen.
„Wir sind daran interessiert, die Betreuung von Mutter und Kind in der Klinik zu verbessern. Darum haben wir uns für diese Betten entschieden“, sagt Chefärztin Dr. Uta Teichmann. Die Bindung von Mutter und Kind solle gestärkt werden. „Wir haben kein separates Säuglingszimmer mehr, die Neugeborenen sind jetzt im Zimmer der Mutter“, erklärt sie.
Bei Fragen oder Problemen erhalte die Mutter Rat und Hilfestellung von einer Säuglingsschwester direkt in ihrem Zimmer am Bett. Dadurch werde die Kompetenz der Mütter gestärkt. „Sie sind ruhiger und sicherer im Umgang mit ihrem Baby“, so die Chefärztin. Das separate Säuglingszimmer kann jetzt als Wickelraum genutzt werden, so die Kleinen auch gebadet werden können. „Um den Müttern im Zimmer den barrierefreien und direkten Kontakt zu ihrem Baby nach der Geburt zu ermöglichen, haben wir die neuen Babybettchen angeschafft“, so Uta Teichmann.
Die Bettchen stehen jetzt direkt am Bett der Mutter, lässt sich leicht bedienen und gewährleistet den Körperkontakt zwischen Kind und Mutter. Tagsüber kann das Bettchen als Stubenwagen genutzt werden. Der weiße Himmel schützt vor Sonne und Zugluft. „Besonders in der Phase nach der Geburt muss das Baby alle zwei bis drei Stunden gestillt werden. Da ist es eine große Erleichterung, wenn die Mutter nicht immer wieder aufstehen muss. Es kann sich so im Liegen dem Kind zuwenden, es leicht herausholen und ist immer dicht bei ihm“, erklärt die Chefärztin. So seien die Frauen auch besonders in der Nacht etwas entlastet. „Mütter und Angehörige sind von den neuen Bettchen begeistert“.

Kontakt zur Autorin
g.herzberg@nordkurier.de

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