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Innenstadt verwandelt sich in Kulturmeile

Ihre Modenschauen kamen immer so gut an, dass die Medrower Künstlerin Sabine Grundmann (hinten links) auch in diesem Jahr bei der Demminer Kunstnacht dabei ist.  FOTO: Archiv/Kirsten GEhrke
Ihre Modenschauen kamen immer so gut an, dass die Medrower Künstlerin Sabine Grundmann (hinten links) auch in diesem Jahr bei der Demminer Kunstnacht dabei ist. FOTO: Archiv/Kirsten GEhrke

Von unserem Redaktionsmitglied
Kirsten Gehrke

Am 27. April erleben die Demminer wieder geballte Kultur. Die Kunstnacht bietet an 22 Stationen Musik, Kunst, Mode, Tanz und Theater.

Demmin.Eine Kunstnacht ist nie wie die andere. „In diesem Jahr sind zum Beispiel zum ersten Mal Breakdancer dabei“, verrät Norbert Witkowski. Der Vorsitzende des Demminer Kunst- und Kulturvereins ist froh, dass das Programm für den 27. April steht. Nur noch Detailfragen seien zu klären, ansonsten sei alles in Tüten und Papier, einschließlich Finanzierung. In dieser Woche hat gerade die Allianz Kulturstiftung wieder ihre Unterstützung bestätigt, zum neunten Mal zur 9. Kunstnacht. „Auch auf die Sparkasse und die Volksbank sowie die Stadt können wir uns jedes Jahr verlassen“, sagt Witkowski. „Wir sind froh über jeden, der spendet.“ Bei Geld würden sich viele zurückhalten, es sei nicht immer einfach, Sponsoren zu finden. Deshalb sei er denen doppelt dankbar, die etwas für die Kunstnacht übrig haben.
Inzwischen ist die Meile das Kultur-Highlight des Jahres in Demmin. Angefangen hatte alles mit der Euphorie von Jens Otto. Der Allianz-Vertreter war im Februar 2005 von einem Kunstprojekt des Demminer Goethegymnasiums bei der langen Nacht der Museen in Berlin so begeistert, dass er so etwas auch in die Hansestadt holen wollte. „Warum nicht eine mini lange Nacht der Museen in Demmin machen?“, dachte sich Otto damals. Im April gab es dann die erste Kunstnacht in der Stadt. Innerhalb von drei Monaten haben er und ein fünfköpfiges Team euphorisch das Kultur-Event aus dem Boden gestampft. „Und es war ein toller Erfolg.“ Die Basis der Kunstnacht war das Gymnasium. Die Kunstwerke, die in Berlin gezeigt wurden, wurden auch in Demmin präsentiert. Und die Sternwarte war von Anfang an ein Publikumsmagnet, bis heute. „Bei der ersten hatten wir noch keine Bühne“, erinnert sich Otto.
Im zweiten Jahr schon übernahm der Kunst- und Kulturverein die Organisation der Kunstnacht. „Noch am Abend der ersten Kunstnacht habe ich gemerkt, dass ich drei Monate nichts anderes gemacht habe“, sagt Otto. Neben der Arbeit konnte er für solch ein Highlight nicht mehr den Hut auf haben. So hält der Verein die Fäden erfolgreich in der Hand.
Auch wenn jedes Jahr Neues hinzukommt, ist eines geblieben. Die Kunstnacht soll Künstlern aus der Region eine Plattform geben. Zum dritten Mal wird die Straße vom Geselliusplatz bis Markt gesperrt, so dass wieder eine Flaniermeile in der Innenstadt entsteht. Drehorgelmusik wird zu hören sein, die Breakdancer wirbeln herum. Am Luisentor dürfen sich die Besucher auf orientalischen Tanz freuen und Mode, auf der großen Bühne spielen verschiedene Bands, unter anderen die Demminer „Decent Rock‘s. Im Jola-Kaufhaus zeigen die Demminer Turner ihr Können. An 22 Stationen erleben die Hansestädter Kultur pur. Neben der Innenstadt gibt es Aktionen im Lübecker Speicher, Regionalmuseum am Hanseufer, in der Hansebibliothek, katholischen Kirche und Astronomiestation. Die 9. Kunstnacht kann kommen. Norbert Witkowski und sein Verein freuen sich auf die Besucher. Jedes Jahr von neuem ist die Anspannung da, ob wohl alles klappt?

Kontakt zur Autorin
k.gehrke@nordkurier.de

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