Kreistagsabgeordnete, die sich für Einzelheiten der Arbeit der Einrichtung interessieren, können direkt vor Ort in Demmin Informationen bekommen.
Demmin/Neubrandenburg.Die Ungewissheit, in welcher Form ALG-II-Empfänger im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte künftig betreut werden, wird für diese und für die Mitarbeiter der Jobcenter noch anhalten. Denn die Entscheidung, ob es künftig ein gemeinsames Jobcenter geben wird oder ob der Kreis das Optionsmodell wählt, ist auf einen Sonderkreistag am 7. Mai verschoben worden. Zwar hatte Kreistagspräsident Michael Stieber (SPD) nach der Wirtschaftsausschuss-Sitzung vom Mittwochabend die Terminfrage noch offen gelassen – die Tagesordnung für den Märzkreistag steht noch nicht endgültig fest. Für den Vorsitzenden des Ausschusses Frank Benischke (CDU) liegt die Vertagung aber dennoch klar auf der Hand. Ansonsten müsste die Vorlage schon da sein, erklärte er gestern auf Nachfrage. Mit dem Thema selbst will sich sein Ausschuss am 18. April beschäftigen. Denn erst am 23. Februar werde eine Informationsveranstaltung für alle Kreistagsmitglieder stattfinden. „Auch in der Politik ist es zuweilen sinnvoll, wenn man sich erst informiert und dann eine Meinung bildet, noch dazu bei einer solch komplexen Frage wie hier“, erklärte Benischke. Informationen zur Arbeit des Jobcenters können Kreistagsmitglieder aber auch zuvor bekommen – und sich dabei ein Bild von der Arbeit in der Demminer Einrichtung machen. Sie biete jedem Abgeordneten an, ins Amt zu kommen, sagte die Geschäftsführerin des Demminer Jobcenters, Christina Felgenhauer. „Ich erkläre alles und zeige alles. Man sollte die Zeit nutzen, um sich vor Ort umzutun und mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.“ Über den neuen Kreistagstermin wurde sie gestern von ihrem Chef informiert. Sie macht kein Hehl daraus, dass die Vertagung auf Mai vor allem für die Mitarbeiter des Jobcenters nicht gerade günstig ist. Sollte sich der Kreistag nämlich für das Optionsmodell entscheiden, dann würde die Zeit für die Umstellung knapp. Neue Strukturen müssten aufgebaut werden, eine allein von der Einrichtung getragene Arbeitgeberberatung würde nötig. Zudem müssten die Mitarbeiter für neue Software geschult werden. All das bei laufendem Geschäftsbetrieb. „Der Bürger darf nicht beeinträchtigt werden.“ Christina Felgenhauers Präferenz gilt dem Jobcenter. Unter anderem, weil man mit der Arbeitsagentur Hand in Hand arbeite. „Beim Übergang vom Arbeitslosengeld I zum Arbeitslosengeld II können wir nahtlos die Integrationsstrategien übernehmen“, sagte sie. Bei einem Wechsel zum Optionsmodell müsste hingegen alles neu erfasst werden. Im Großkreis hat sich bisher nur der Altkreis Mecklenburg-Strelitz für die Optionskommune entschieden, während die Altkreise Demmin und Müritz sowie die Stadt Neubrandenburg bei Jobcentern blieben. Die Meinungen in den Kreistagsreihen waren bisher gespalten. Während sich etwa in der CDU-Fraktion eine Tendenz zur Optionskommune abzeichnete, gab Peter Ritter von den Linken eher dem Jobcenter den Vorzug. Als Gründe führte er unter anderem die bessere Verzahnung von Arbeitslosengeld I, Ausbildung, Kurzarbeitergeld und Arbeitsvermittlung an (der Nordkurier berichtete).