Nordkurier.de

Jugendhilfe: Projekte in Not

Von unserem Redaktionsmitglied
Georg Wagner

Das Auslaufen der europäischen ESF-Förderung trifft auch Jugendprojekte im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Jetzt will der Jugendhilfeausschuss das Land zu Hilfe rufen.

Neubrandenburg.Wenn sich der Jugendhilfeausschuss des Kreistags am Donnerstag um 18 Uhr in Neustrelitz zur zweiten Lesung des Haushalts trifft, dann wird er sich nicht nur mit dem Zahlenmaterial beschäftigen. Vielmehr will Ausschussvorsitzender Peter Ritter (Die Linke) auch eine Entschließung vorlegen, die einen Appell an das Land enthält.
Dieses solle dringend eine Entscheidung über die weitere Finanzierung von ESF-Projekten treffen. „Wir können damit nicht bis Jahresende warten“, hatte Ritter in der Ausschuss-Sitzung der Vorwoche in Demmin gesagt. Denn diese aus dem Europäischen Sozialfonds unterstützten Projekte wie beispielsweise die Kompetenzagentur PASST, die Produktionsschule oder zum Teil die Schulsozialarbeit sehen mit dem Beginn der neuen Förderperiode 2014 gegenwärtig einer ungewissen finanziellen Zukunft entgegen.
Ritter wollte den Text der Entschließung den Ausschussmitgliedern zukommen lassen. Er hofft, dass sie ihn dann dem Kreistag zum Beschluss empfehlen. Sollte das der Fall sein, würde das Papier dem Teilhaushalt der Jugendhilfe beigelegt und voraussichtlich im Mai in den Kreistag eingebracht. Denn dann steht nach der bisherigen Planung dort der neue Kreishaushalt zu Beratung und Beschluss auf der Tagesordnung.
Dabei wird die Jugendhilfe schon aufgrund gesetzlicher Vorgaben wiederum einen erheblichen Teil des Gesamthaushalts ausmachen. Bei Einnahmen von knapp 36 Millionen Euro sind in diesem Bereich gut 68 Millionen Euro an Ausgaben veranschlagt. Der Zuschussbedarf beläuft sich damit laut Jugendamtsleiterin Anja Zörner auf etwa 32,5 Millionen Euro – das sind rund zwei Millionen mehr als im vergangenen Jahr, als aufgrund steigender Fallzahlen plötzlich überplanmäßige Ausgaben fällig wurden.
Inhaltlich hat sich im Vergleich zum Vorjahr nichts Wesentliches geändert. „Es ist eine gewisse Kontinuität da, was ja auch sinnvoll ist“, befand Peter Ritter. Änderungsvorschläge an dem Zahlenwerk würden ihm schwerfallen. Bislang geht das offenbar auch den anderen Ausschussmitgliedern so. In der ersten Lesung hatten sie keine größere Kritik an dem Werk anzubringen.

Kontakt zum Autor
g.wagner@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×