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Kanadier liegen schon bereit

Vorbereitet auf die neue Saison: Klaus Hänßgen hat mit seiner Kanuvermietung in den vergangenen Jahren einen stetigen Aufschwung erlebt - er selbst kommt jedoch nur noch selten zum Paddeln.  FOTO: Georg Wagner
Vorbereitet auf die neue Saison: Klaus Hänßgen hat mit seiner Kanuvermietung in den vergangenen Jahren einen stetigen Aufschwung erlebt - er selbst kommt jedoch nur noch selten zum Paddeln. FOTO: Georg Wagner

VonGeorg Wagner

Paddeln hat in den vergangenen Jahren auf Peene, Trebel und Tollense einen Aufschwung erlebt.

Demmin/Verchen.In gut einer Woche könnte es soweit sein: Dann wird Klaus Hänßgen möglicherweise eine der für ihn seltenen Gelegenheiten finden, um aufs Wasser zu kommen. Denn am letzten Sonnabend im April wird in seinem Demminer Kanuhaus traditionell angepaddelt. Vorbereitet ist alles, der Frühjahrsputz erledigt, die Boote liegen abfahrbereit am Ufer. 31 Kanadier hat er mittlerweile, dazu Kajaks und auch ein Drachenboot. „Für Kollektive, die hier feiern“, sagt er. Das komme mittlerweile öfter vor, auch Geburtstagsfeiern seien auf dem Gelände an der Peene in Meyenkrebs schon gestiegen.
Abzusehen war das nicht unbedingt. Vor vier Jahren machte Hänßgen, der hauptberuflich als Arzt arbeitet und selbst begeisterter Paddler ist, erstmals eine ganze Saison durch, nachdem er mit seiner Kanuvermietung von Malchin nach Demmin gezogen war. Seither hat er Schritt für Schritt den Platz aufgewertet. Offenbar mit Erfolg. „Zufrieden“, sagt er, „ist man natürlich nie. Aber es hat sich stetig entwickelt. Die Zahlen steigen und, was für mich wichtiger ist, auch die Akzeptanz.“ Seit dem vergangenen Jahr darf er sich als DKV-Station bezeichnen und den Platz mit der Plakette des Deutschen Kanuverbandes schmücken. „Das ist aus meiner Sicht ein Qualitätszeichen.“
Gerade darauf legt
Hänßgen Wert. Weil er zudem für seinen Lebensunterhalt nicht auf die Bootsvermietung angewiesen ist, kann er Schritt für Schritt Kanuhaus und Gelände weiter ausbauen, wo gegenwärtig bereits eine Vollzeit- und eine Teilzeitkraft in der Saison arbeiten. „Ich kann mir hier etwas leisten, was Einfluss auf die Qualität hat“, sagt Klaus Hänßgen. Nur selbst zu paddeln, dazu kommt er nur noch selten.
Bei anderen Wassersportlern aber steht das Kanuhaus durchaus hoch im Kurs. Die silberfarbenen Alu-Boote sind häufig auf der Peene zu sehen. Dabei profitiert der Betreiber auch vom Aufschwung, den das Paddeln in den vergangenen Jahren in der Region genommen hat. Peene, Trebel und Tollense haben sich als interessante Reviere in der Region herumgesprochen und Interessenvertreter wie der Tourismusverband werben damit. Auch in der Demminer Stadtinformation macht sich das bemerkbar. Anfragen von potenziellen Urlaubern gelten dort auch immer wieder den Wassersportmöglichkeiten.
Eine Erfahrung, die auch das Kinder- und Jugendhotel in Verchen macht. Seit einiger Zeit bietet es Floßbau und Kanutouren an. Bei seinen jungen Kunden, die vorwiegend aus deutschen Großstädten stammen, kommt das an. „Kanufahren“, sagt Thomas Disterheft von der Geschäftsleitung, „ist das absolute Highlight. Das macht den Kindern einen Heidenspaß.“

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g.wagner@nordkurier.de

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