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Kaviarproduzent in Demmin gibt auf

Mit dem Kescher ist bald niemand mehr in Demmin unterwegs: Die Kaviarproduktion des Fischkonzerns Russian Sturgeon GmbH steht nach neun Jahren vor dem Aus.  FOTO: Jens Büttner
Mit dem Kescher ist bald niemand mehr in Demmin unterwegs: Die Kaviarproduktion des Fischkonzerns Russian Sturgeon GmbH steht nach neun Jahren vor dem Aus. FOTO: Jens Büttner

Demmin.Die Kaviarproduktion in Demmin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) wird aufgegeben. Ein Grund sei der Druck deutscher Veterinäre, teilte das Betreiberunternehmen Russian Sturgeon GmbH mit. Schon seit zwei Jahren hätten mehr die Veterinärämter die Störzuchtanlage geführt als das Unternehmen selbst, erklärte ein Firmensprecher und beklagte die angeblich zu hohen Auflagen. Das Kreisveterinäramt war mehrfach eingeschritten, weil die Störe tagelang nicht gefüttert worden waren. Die Störfarm – nach Angaben der Erbauer die weltweit größte überdachte Kaviarproduktion – hatte von 2005 an unter dem Namen Caviar Creator Inc. immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Der Verkauf der Störe laufe schon seit längerem, hieß es vom Betreiber.
Russian Sturgeon hatte dem Veterinäramt ein Konzept vorgelegt, um mit weniger Futter die Störzucht betreiben zu können. Es gebe einen großen Unterschied zwischen reiner Fischzucht und Kaviar-Fischzucht, hieß es vom Betreiber. Fischzucht sei wegen hoher Auflagen in Deutschland nicht kosteneffektiv möglich. „Das Konzept für die Anlage Demmin haben wir nach Rücksprache mit mehreren wissenschaftlichen Einrichtungen aus Tierschutzgründen aber abgelehnt“, sagte eine Amtssprecherin. Experten zufolge hätte die vorgeschlagene Futtermenge nicht einmal für den Erhalt der Störe ausgereicht. In der Anlage waren zuletzt noch rund 100 Tonnen Störe, das sind mehrere zehntausend Fische. Die 15 Mitarbeiter hatten Ende April ihre Kündigungen bekommen.

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